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USA:Debatte um Afghanistan-Einsatz entbrannt

Die Debatte um die Strategie in Afghanistan bekommt in den USA neuen Schwung - immer mehr Amerikaner zweifeln an dem Einsatz.

Die Debatte über die Strategie im Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida und die Taliban in Afghanistan ist in den USA neu entbrannt.

Führende Kongressmitglieder beider Parteien fordern einem Bericht des Wall Street Journal zufolge vom Pentagon, dass der Kommandeur der Nato-Truppen in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, vor Kongress-Ausschüssen über die offensichtlich wachsenden Probleme in Afghanistan berichten soll. Das US-Verteidigungsministerium habe diesen Wunsch bisher zurückgewiesen, so die Zeitung.

Einer repräsentativen Umfrage der konservativen Zeitung und des US-Senders NBC zufolge zweifeln inzwischen 59 Prozent der Amerikaner an einem erfolgreichen Ausgang des Afghanistankriegs. 51 Prozent wandten sich gegen die von McChrystal geforderte Aufstockung der US-Truppenstärke in Afghanistan.

Die US-Militärs stellten angesichts der wachsenden Zahl der amerikanischen Opfer im Afghanistankrieg die eigene Strategie infrage, berichtete die Washington Post. Im Juli und August seien 96 US-Soldaten getötet worden, im gleichen Zeitraum 2008 seien es 42 gewesen. Dagegen habe sich die Zahl der afghanischen Zivilopfer in diesem Vergleichszeitraum von 151 auf 19 verringert.

Dies provoziere die Frage, ob sich die Zurückhaltung der alliierten Truppen insbesondere bei Luftschlägen gegen mutmaßliche Stützpunkte der Taliban und von al-Qaida nicht mit einer wachsenden Zahl von amerikanischen Opfern bezahlt werden müsste, so die Militärs laut der Washington Post.

Vizepräsident Joe Biden hat einem Bericht der New York Times zufolge seinen Vorschlag erneuert, sich künftig weniger auf die Bekämpfung der Taliban und mehr auf das Entwurzeln der Terrorzellen von al-Qaida zu konzentrieren.

Demzufolge müsse der Schwerpunkt der US-Operation von Afghanistan auf Pakistan verlegt werden. In der US-Regierung gibt es Überlegungen, statt neuer Truppen den Einsatz von Drohnen im Kampf gegen Taliban- und Al-Qaida-Stellungen im Grenzgebiet zu verstärken.

Biden hatte bereits in der Vergangenheit mehrmals darauf verwiesen, dass die USA für jeden Dollar, den sie in Pakistan ausgeben, 30 Dollar in Afghanistan aufwenden. Aus Bidens Sicht komme die eigentliche Bedrohung für die Sicherheit der USA aber aus Pakistan, schreibt die Zeitung.

Das Pentagon hatte US-Medienberichten zufolge McChrystal ausdrücklich gebeten, Forderungen nach einer Entsendung zusätzlicher Truppen erst einmal zu verschieben. Der General werde dies nach Informationen des US- Nachrichtensenders Fox News jedoch ignorieren: Bereits in den kommenden Tagen wolle er offenabr um die Entsendung von zusätzlichen 30.000 bis 40.000 US-Soldaten bitten.

© dpa/jab/ehr/odg

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