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US-Wahl: Interview mit Peter Rudolf:Die Zukunft der Tea Party

sueddeutsche.de: Diese Anti-Obama-Stimmung hat die Tea-Party-Bewegung kanalisiert. Was hat das verändert?

Rudolf: Die Tea-Party-Bewegung bescherte den Republikanern eine hohe Mobilisierung, brachte aber auch eine immense Polarisierung in den Wahlkampf. Ob das gut oder schlecht ist und ob die Tea Party überhaupt dauerhaft bestehen bleibt, bleibt abzuwarten. Immerhin haben einige ihrer Kandidaten - wie Christine O'Donnell in Delaware - Rennen verloren, die die Republikaner sonst wahrscheinlich gewonnen hätten. Sie war moderaten Wählern aber zu radikal und dilettantisch.

sueddeutsche.de: Welche Folgen wird der teilweise Erfolg der Tea-Party-Bewegung haben?

Rudolf: Wie sich die Tea-Party-Kandidaten im Kongress verhalten, wird in der nächsten Legislaturperiode eine große Rolle spielen. In den USA gibt es keine so starke Fraktionsdisziplin wie in europäischen Parlamenten- es hängt also viel davon ab, ob die Neulinge zur Zusammenarbeit bereit sind oder nur zu allem nein sagen. Mehrheiten zu finden, wird dadurch sicher schwieriger.

sueddeutsche.de: Um nicht in einer völligen Blockade zu enden, müssen Demokraten und Republikaner von nun an zusammenarbeiten. Werden sie das schaffen?

Rudolf: Ich glaube nicht, dass es zu viel Kooperation kommen wird. Das wichtigste Ziel der Republikaner ist im Moment, dass Obama nicht wiedergewählt wird. Ihm werden sie nicht zu Erfolgen verhelfen wollen. Zwar würden es die Wähler auch nicht goutieren, wenn sie jegliche Kompromissangebote des Präsidenten ausschlagen. Doch für die großen Vorhaben Obamas sehe ich kaum Chancen.

sueddeutsche.de: Kann das auch ein Vorteil für Obama sein?

Rudolf: Relevanter für Obamas Wiederwahl ist die wirtschaftliche Entwicklung - und dass er 2012 die moderaten Wähler wieder von sich überzeugen kann.

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