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Spendengala in Texas:Fünf US-Präsidenten und ein guter Zweck

  • Ein seltenes Bild: Fünf ehemalige US-Präsidenten treffen sich in Texas bei einer Benefizveranstaltung.
  • Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton, George H. W. Bush und Jimmy Carter rufen zu Spenden für die Opfer von Naturkatastrophen auf.
  • Amtsinhaber Donald Trump schaltet sich per Videobotschaft ein.
  • Insgesamt werden 31 Millionen Dollar gesammelt.

Das Haar ist etwas schütter geworden, doch als Jimmy Carter die Bühne in der texanischen Universitätsstadt College Station betritt, merkt man ihm seine 93 Jahre nicht an. Sonst werden die Auftritte ehemaliger US-Präsidenten selten mit so viel Aufmerksamkeit bedacht wie am Samstagabend. Carter war nicht alleine zur Spendengala für die Opfer der jüngsten Hurrikan-Serie gekommen. Ihn begleiteten gleich vier seiner Nachfolger: George H.W. Bush, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama.

Fünf ehemalige US-Präsidenten vereint auf einer Bühne, das ist ein seltener Anblick. Gemeinsame Auftritte finden nach Naturkatastrophen statt, zu Staatsbegräbnissen - oder eben bei Spendengalas. Eine solche hatten die fünf in der Folge von Hurrikan Harvey geplant. Sie ist Teil der gemeinsamen Kampagne "One American Appeal". Auf einer Website können US-Bürger die Menschen in den betroffenen Regionen in Florida, Puerto Rico und Kalifornien unterstützen.

31 Millionen Dollar für Katastrophen-Opfer

Bei dem Konzert spielten unter anderem die Countrysänger Lee Greenwood, Alabama, Lyle Lovett, die Gatlin Brothers und Robert Earl Keen. Als Überraschungsgast trat Lady Gaga auf. Am Ende des Abends gab Bushs Büro bekannt, dass Spenden in Höhe von 31 Millionen Dollar für die Opfer von Hurrikan Harvey, Maria und Irma gesammelt wurden.

"Wir alle hier auf der Bühne sind voller Stolz auf die Reaktion der Amerikaner", sagte Obama. "Wenn sie ihre Nachbarn, ihre Freunde und wenn sie Fremde in Not sehen - dann stehen Amerikaner ihnen zur Seite". Bill Clinton schloss sich an: "Das Herz Amerikas, ohne Berücksichtigung von ethnischer Herkunft, Religion oder politischer Partei, ist größer als unsere Probleme."

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"Lasst uns alle zusammenarbeiten und Amerika zu einer noch großartigeren Nation von Freiwilligen machen", rief der 93-jährige Jimmy Carter den Zuschauern zu. Der gleichaltrige George H.W. Bush musste dieses Jahr bereits mehrfach ins Krankenhaus. Er kam im Rollstuhl auf die Bühne, lächelte und winkte den Besuchern zu. Lediglich der amtierende US-Präsident fehlte in Texas. Donald Trump schaltete sich per Videobotschaft zu und dankte seinen Vorgängern für ihre "wunderbare" Initiative und "gewaltige Hilfe".

Aus Präsident Obama wird Mister Obama

Wer in den USA einmal zum Staatsoberhaupt gewählt wurde, bleibt das auf Lebenszeit. Barack Obama bekommt kein Ex angehängt, sondern ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Dennoch wird er formal nicht mehr so angesprochen. Seit mit Donald Trump ein neuer Mann an der Spitze des Staates steht, wurde aus Präsident Obama schlicht Mister Obama. Und so verhält es sich auch bei seinen Vorgängern.

In der Geschichte der USA gibt es drei weitere Zeitspannen, in denen sechs Präsidenten gleichzeitig am Leben waren. Zwischen März 1861 und Januar 1862: Martin Van Buren, John Tyler, Millard Fillmore, Franklin Pierce, James Buchanan und Abraham Lincoln. Von Januar 1993 bis April 1994: Richard Nixon, Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, George H. w. Bush und Bill Clinton. Von Januar 2001 bis Juni 2004: Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, George H.W. Bush, Bill Clinton und George W. Bush.

Mit Material der Agenturen AFP und dpa.

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