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Nationalratswahl:ÖVP gewinnt Wahl vor Sozialdemokraten und FPÖ

Kurz triumphiert: Hochrechnungen zufolge liegen die Konservativen bei der Parlamentswahl vor SPÖ und Rechtspopulisten, die um Platz zwei kämpfen. Der Überblick.

Bei der österreichischen Nationalratswahl hat die konservative Volkspartei (ÖVP) klar gewonnen. Auf Platz zwei kommt die sozialdemokratische SPÖ unter Kanzler Christian Kern vorne. Die rechtspopulistische FPÖ landet demnach auf Rang drei. In einer ersten Hochrechnung hatten die Rechten noch vor der SPÖ gelegen.

Vor dem amtlichen Endergebnis, das am Donnerstag erwartet wird, steht noch die Auszählung der Briefwähler-Stimmen.

Die ÖVP unter Führung des 31-jährigen Spitzenkandidaten Sebastian Kurz kommt laut der finalen Hochrechnung des SORA-Instituts für den ORF auf 31,6 (2013: 24,0) Prozent. Die bisher mit der ÖVP regierende SPÖ gibt auf 26,9 (26,8) Prozent nach. Die FPÖ kann sich auf 26,0 (20,5) Prozent verbessern und kommt damit nahe an ihr bisher bestes Ergebnis unter Jörg Haider aus den Jahr 1999.

Die Grünen verlieren deutlich auf 3,9 Prozent und würden demnach an der Vier-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament scheitern. Die liberalen Neos, die seit 2013 im Nationalrat vertreten sind, können sich leicht verbessern auf 5,1 (5,0) Prozent. Der ehemalige Grüne Peter Pilz, der erstmals mit einer eigenen Liste antritt, schafft mit 4,3 Prozent auf Anhieb den Einzug ins Parlament. Es müssen noch knapp 800 000 Wahlkarten ausgezählt werden, das endgültige Ergebnis steht am Donnerstag fest.

Die Wahlbeteiligung lag mit 79,4 Prozent höher als 2013 mit 74,9 Prozent:

Politik Österreich ÖVP klar vor SPÖ, FPÖ sehr stark

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Die konservative ÖVP legt mehr als sieben Prozent zu. Die SPÖ liegt vor der radikal rechten FPÖ, doch deren Chef Strache sagt: "Fast 60 Prozent haben FPÖ-Programm gewählt." Österreichs Nationalratswahl in der Liveblog-Nachlese.   Von Leila Al-Serori, Wien, und Matthias Kolb

Den Auftrag zur Regierungsbildung bekommt traditionell der Listenführer der stimmenstärksten Partei. Rechnerisch möglich wären eine erneute große Koalition oder ein Bündnis aus ÖVP und FPÖ. Die rot-schwarze Koalition war im Mai geplatzt, nachdem der neue ÖVP-Chef Kurz öffentlich auf Neuwahlen drängte. Regulär wäre erst im Herbst 2018 gewählt worden.