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Naher Osten:Die USA geraten ins Hintertreffen

Trump schickte jüngst seinen Energieminister Rick Perry nach London, um dort mit dem saudischen Kronprinzen zu reden. Eine geplante Indienreise musste Perry verschieben, aber Westinghouse ist nun offenbar wieder im Rennen. Insgesamt könnte es in Saudi-Arabien um 80 Milliarden Dollar gehen. Offen ist, ob der Kongress ein Abkommen ohne Goldstandard billigt - im Falle Vietnams, in dem die Obama-Regierung darauf verzichtete, hat er es 2014 getan.

Die Konkurrenz ist groß, und sie ist weniger wählerisch: Die vier Blöcke in der Türkei errichtet der russische Staatskonzern Atomstroiexport, als dessen Chef-Verkäufer Präsident Wladimir Putin fungiert. Auch in Ägypten kam er zum Zug für das Kraftwerk el-Dabaa, das ebenfalls vier Blöcke umfasst. In beiden Fällen sehen die Verträge vor, dass Russland über Jahrzehnte Brennstoff liefert und die abgebrannten Brennstäbe zurücknimmt. Aber weder Ankara noch Kairo waren bereit, Einschränkungen bei Anreicherung oder Wiederaufarbeitung zu akzeptieren - und Russland fragt nicht danach. Jordanien hat die Machbarkeitsstudie für sein Kraftwerk ebenfalls in Russland in Auftrag gegeben.

Diese Verträge sichern Moskau Einfluss, zumal es den Großteil der Finanzierung stemmt. Die USA, lange der bevorzugte Partner in Ankara, Kairo und Amman, geraten ins Hintertreffen. Auch Riad arbeitet in Energiefragen mit Putin zusammen - so bei der Stabilisierung der Ölpreise. Letztlich richtet sich dieses Arrangement gegen die Schieferöl-Produzenten in den USA. Schwer vorstellbar, dass Trump nicht alles tut, um mit den Saudis ins Geschäft zu kommen, die er neben Israel als engste Verbündete in der Region sieht.

Anders als die Türkei und Ägypten hat Saudi-Arabien keine über Jahrzehnte aufgebaute nukleare Infrastruktur mit Forschungsreaktoren und Labors, die Keimzelle für ein Waffenprogramm werden könnten. Es hat den Atomwaffensperrvertrag und andere Vereinbarungen unterzeichnet, die internationale Kontrolle gewährleisten. Aber es ist wohl auch nicht darauf angewiesen, sein ziviles Programm für militärische Zwecke zu missbrauchen.

Nach Ansicht westlicher Geheimdienste hat Riad maßgeblich das pakistanische Atomwaffenprogramm finanziert - geknüpft an die Erwartung, im Ernstfall einsatzbereite Sprengköpfe erhalten zu können. Die strategischen Raketenstreitkräfte Saudi-Arabiens verfügen über Trägerraketen aus chinesischer Produktion, die Atomsprengköpfe tragen können. Damit stünde Riad eine Abkürzung zur Bombe offen.

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