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Krieg in Syrien:Vereinte Nationen bezichtigen Assad weiterer Chemiewaffen-Attacke in Syrien

Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen bei einem Einsatz in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen bei einem Einsatz in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus.

(Foto: Mohamed Abdullah / REUTERS)
  • Experten der Vereinten Nationen halten das Assad-Regime in einem dritten Fall des Einsatzes von Chemiewaffen für überführt.
  • Zwei weitere Chemiewaffeneinsätze hatte die UN-Untersuchungskommission der syrischen Regierung bereits im August zur Last gelegt.

Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen hat der syrischen Armee einen weiteren Chemiewaffenangriff vorgeworfen. Die Armee habe das Dorf Kmenas in der Provinz Idleb Mitte März 2015 mit Chemiewaffen angegriffen, hieß es in einem Bericht, den die Experten dem UN-Sicherheitsrat in New York vorlegten.

Alles weise darauf hin, dass ein syrischer Armeehubschrauber über Kmenas einen Behälter abgeworfen habe, der beim Auftreffen auf den Boden eine giftige Substanz freigesetzt habe, erklärten die Ermittler. Gemäß den Symptomen der Opfer habe es sich vermutlich um Chlorgas gehandelt.

Bereits im August hatte die Kommission die Urheberschaft des Assad-Regimes für zwei Giftgas-Angriffe als zweifelsfrei belegt beurteilt. Die Spezialisten hatten neun Fälle untersucht, bei denen angeblich chemische Kampfstoffe eingesetzt worden waren. Sie kamen zu dem Schluss, dass bei Attacken in der Provinz Idleb auf die Orte Talmenes am 21. April 2014 und auf Sarmin am 16. März 2015 Giftgas zum Einsatz gekommen sei.

Vorwürfe auch an Dschihadistenmiliz IS

Damals machten die Experten auch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für einen Angriff mit Senfgas in der Provinz Aleppo auf den Ort Marea am 21. August 2015 verantwortlich. Der IS hatte in dem Gebiet damals syrische Rebellen angegriffen.

In ihrem aktuellen Bericht äußert sich die Untersuchungskommission auch zu den Giftgasangriffen auf die Orte Kfar Zita (Provinz Hama) am 18. April 2014 und auf Binnish (Provinz Idleb) am 24. März 2015, die dem Assad-Regime im August 2015 von der syrischen Opposition zur Last gelegt worden waren. Die Verantwortung für diese beiden Attacken habe nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden können, schreiben die Spezialisten jetzt.

Die syrische Regierung bestritt bislang in allen Fällen, chemische Wirkstoffe eingesetzt zu haben. "Wir haben Waffen dieser Art nicht verwendet und werden dies auch niemals tun", hieß es bei entsprechenden Vorhaltungen im September. Damaskus beruft sich darauf, bereits 2014 seine Chemiewaffen an eine UN-Agentur abgegeben zu haben.