Junge Union: Kritik an Merkel:Mit Muttis harter Hand

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Die Kritik der Jungen Union an Kanzlerin Angela Merkel bei Facebook ist verstummt. Der Urheber der Seite berichtet, er sei eingeschüchtert worden - von höchster Stelle.

Michael König

In der Jungen Union (JU) rumort es. Weil Kanzlerin Angela Merkel dem Deutschlandtag der CDU-Jugendorganisation trotz Zusage fernbleiben will und ihre Absage sehr kurzfristig kam, fühlen sich die Nachwuchspolitiker vernachlässigt. Ihrer Kritik machen sie im Internet Luft: Auf Facebook wurde die Gruppe "Aufstand gegen Mutti" ins Leben gerufen, die schnell Hunderte Mitglieder hatte.

Seit Donnerstagnacht ist die Seite jedoch nicht mehr aufrufbar. "Wegen einer Wartung", heißt es bei Facebook. "Bitte probieren Sie es in ein paar Stunden nochmals."

Der Gründer der Gruppe, ein JU-Mitglied aus Berlin, hat dafür eine andere Erklärung. Er vermutet, dass die CDU-Parteizentrale Druck ausgeübt hat, um die Seite vom Netz zu nehmen. Zu sueddeutsche.de sagte der Berliner, der anonym bleiben möchte, es habe im Konrad-Adenauer-Haus "mächtigen Ärger" wegen der Gruppe gegeben: "Das ging bis ins Büro von Angela Merkel."

Eine Mitarbeiterin des Büros der Parteivorsitzenden habe "über Dritte" Druck auf ihn ausgeübt - er solle die Facebook-Gruppe löschen: "Es gab einen Telefonanruf. Mir wurde ausgerichtet, dass es sehr, sehr unklug war, diese Seite online zu stellen." Er habe sie dennoch nicht gelöscht, sei aber aus der Gruppe ausgetreten und habe die Moderation an zwei JU-Kollegen abgegeben.

Bei der CDU-Pressestelle heißt es, über einen solchen Vorgang sei nichts bekannt. Aus dem Büro von Angela Merkel habe niemand den Initiator der Gruppe kontaktiert.

Auf der nächsten Seite: Merkels Internetkritiker wehren sich gegen das Image der Jungen Union als Jubelverein. Der JU-Vorsitzende Philipp Mißfelder versucht, die Gemüter zu beruhigen.

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