Südamerika-Reise:Habeck kündigt mehr Geld für den Schutz des Regenwaldes an

Südamerika-Reise: Vizekanzler Habeck beim Besuch der Flussanrainergemeinschaft Três Unidos im brasilianischen Regenwald

Vizekanzler Habeck beim Besuch der Flussanrainergemeinschaft Três Unidos im brasilianischen Regenwald

(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Der Vizekanzler lobt den politischen Willen der neuen brasilianischen Regierung, die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen. Er geht auch auf die Skepsis gegenüber dem Freihandelsabkommen Mercosur ein.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat mehr finanzielle Hilfen Deutschlands zum Schutz des Regenwaldes angekündigt. Habeck sagte in Brasilien beim Besuch eines Dorfes im Amazonas-Regenwald in der Nähe von Manaus, Deutschland werde über die internationale Klimaschutzinitiative noch einmal Gelder bereitstellen, etwa 30 bis 50 Millionen Euro seien möglich - freilich eine im Vergleich zu anderen staatlichen Ausgaben recht kleine Summe.

Habeck lobte erneut den politischen Willen der neuen brasilianischen Regierung, die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen. Die "grüne Lunge", die jede Menge Kohlenstoff speichert, ist aber schon lange bedroht, mit möglichen schwerwiegenden Folgen für das Weltklima. Zum geplanten Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur sagte Habeck mit Blick auf Umweltverbände, in Deutschland gebe es die große Sorge, dass durch mehr Handel mehr Regenwald zerstört werde.

Gesprächspartner in Brasilien sähen das genau andersherum, so Habeck. Sie sagten: "Wenn man bereit ist, für Nachhaltigkeit auch einen Markt zu schaffen und dieser Markt funktioniert, dann wird eben eine nicht nachhaltige Wirtschaftsweise nicht mehr möglich sein und zurückgedrängt werden."

Habeck sowie Agrarminister Cem Özdemir reisten weiter in die kolumbianische Hauptstadt Bogotá, wo an diesem Mittwoch politische Gespräche geplant sind. Der neue Präsident Gustavo Petro, ein Linkspolitiker, hatte angekündigt, den Regenwald zu schützen und die Ausbeutung der Rohstoffvorkommen zu bremsen. Zurzeit ist Kolumbien einer der größeren Kohlelieferanten Deutschlands, seit August ist der Import russischer Kohle in die EU wegen des Krieges in der Ukraine verboten.

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