Wahlsieg der Rechten:Die Triumphatorin

Lesezeit: 6 min

Wahlsieg der Rechten: "Italien hat uns ausgewählt": Die Vorsitzende der Fratelli d'Italia, Giorgia Meloni, nimmt nach dem Wahlsieg die Ovationen ihrer Anhänger in Rom entgegen.

"Italien hat uns ausgewählt": Die Vorsitzende der Fratelli d'Italia, Giorgia Meloni, nimmt nach dem Wahlsieg die Ovationen ihrer Anhänger in Rom entgegen.

(Foto: Gregorio Borgia/AP)

Als "Fischhändlerin" wurde sie wegen ihrer verrauchten Stimme und derben Sprache verhöhnt. Nun dürfte Giorgia Meloni Italiens erste Ministerpräsidentin werden. Doch bis dahin können noch Wochen vergehen - und dazwischenkommen kann viel.

Von Oliver Meiler

Es war, als hätte sich Giorgia Meloni ihren Moment des Triumphs immer schon so ausgemalt, so gefasst war sie. Rom, mitten in der Nacht. Die Ergebnisse der Parlamentswahl liefen erst rein. Da stand sie schon auf der Bühne, ungeduldig, weiße Sportschuhe. Sie wollte ja so vielen Leuten danken, auch denen, die diese Nacht nicht mehr erleben durften. Aus den Lautsprechern tönte Rino Gaetanos Lied "A mano a mano", als wäre es die Hymne von Fratelli d'Italia. Später würden die Nachfahren des linken Liedermachers sich bei der Partei beklagen. Man habe es nämlich satt, sagten sie, dass die Lieder Rinos als politische Soundtracks missbraucht würden. Aber eben, das war später, kein Misston störte den Auftritt. Im Publikum viel Küsserei, Tränen. Es ist ja auch eine Sensation. "Italien hat uns ausgewählt", sagt Meloni. "Und wir werden es nicht enttäuschen."

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
SZ-Magazin
Liebe und Partnerschaft
Und was, wenn nur einer ein Kind will?
Relax, music earphones or happy woman lying on living room sofa and listening to podcast, radio or meditation media. Indian person in house feeling zen in sun with smile, mind wellness or good energy; Therapie
Psychologie
"Es lohnt sich, seine Gefühle ernst zu nehmen"
Ernährung
Warum Veganismus für alle nicht die Lösung ist
Mutlose Mädchen
Wissen
»Die Töchter wollen nicht so ein Leben wie ihre erschöpften Mütter«
Zigarettenrauch
Essay
Rauchen, um sich ganz zu fühlen
Zur SZ-Startseite