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CSU:Seehofer will Trump besuchen

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Servus Donald! Horst Seehofer (CSU) plant eine Reise in die USA.

(Foto: dpa)
  • Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) plant einem Medienbericht zufolge einen Besuch beim neuen US-Präsidenten Donald Trump.
  • Ein Unternehmer soll das Treffen vermitteln.
  • In der CSU gibt es auch Skepsis gegenüber Trump.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will den neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington treffen. In der Münchner Staatskanzlei sollen Sondierungen für die Reise begonnen haben, berichtet der Spiegel.

Außenpolitik ist an sich hauptsächlich Aufgabe der Bundesregierung. Ob der nun angekündigte Besuch bei Trump mit ihr abgestimmt ist, ist bislang unklar. Das Auswärtige Amt wollte sich auf SZ-Anfrage nicht äußern. Dem Spiegel zufolge versucht ein nicht genannter Unternehmer mit Kontakten zu Trump, ein Treffen im Weißen Haus zu organisieren.

Wie umgehen mit Donald Trump?

Seehofer hat sich in der Vergangenheit mehrmals zum neuen US-Präsidenten Donald Trump geäußert. Bereits vor dessen Amtsantritt hatte er Trump nach München eingeladen. Zuletzt lobte der Ministerpräsident die "Konsequenz" und die "Geschwindigkeit", mit der Trump seine Wahlversprechen Punkt für Punkt umsetze. "In Deutschland würden wir da erst mal einen Arbeitskreis einsetzen, dann eine Prüfgruppe und dann noch eine Umsetzungsgruppe", sagte Seehofer.

In seiner Partei CSU allerdings ist die Haltung zu Trumps Politik nicht einheitlich. Bayerns Finanzminister Markus Söder etwa kritisierte in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" Trumps Positionen zu Folter, Welthandel und seiner geplanten Abschottungspolitik. Der amerikanische Präsident habe einen "Stil, der an Erdoğan erinnert", sagte Söder mit Blick auf den türkischen Staatschef.

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hingegen drängt auf baldige direkte Gespräche. "Wir werden uns auf den Präsidenten einstellen und die nächsten vier Jahre mit ihm auskommen müssen. Mit öffentlicher Empörung, Hass und Spott wird das kaum gelingen", sagte sie Ende Januar.

CSU-Chef Seehofer plant neben seiner Reise in die USA einen Besuch in Moskau, wo er Russlands Präsidenten Wladimir Putin erneut treffen will. Seehofer hatte Putin bereits im Februar 2016 in Moskau besucht. "60 Prozent der bayerischen Wirtschaftsleistung beruht auf dem Export", sagt Seehofer dem Spiegel. "Da sollten wir nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt laufen." Der CSU-Chef lehnt Sanktionen gegen Russland ab - im Gegensatz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Schwesterpartei CDU.

© SZ.de/odg/fehu/jab

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