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Betreuungsgeld schafft Fehlanreiz:Herd statt Büro

Die CSU pocht auf das Betreuungsgeld, obwohl es von etlichen CDU- und FDP-Abgeordneten abgelehnt wird. Viele Eltern würden das Geld ohnehin lieber in Kita-Plätze und in die Ausbildung von Erziehern stecken. Denn Studien und der Praxistest in Thüringen beweisen, dass sich Frauen mit dem Betreuungsgeld oft für den Herd und gegen das Büro entscheiden.

Eigentlich sollte es vor Ostern einen Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld geben, stattdessen gibt es Streit darüber: Auslöser ist dieses Mal ein Brief von 23 CDU-Abgeordneten, die das Gesetz in der von der CSU gewünschten Prägung ablehnen. Die FDP zögert nicht, die Meuterei gegen die Herdprämie anzutreiben.

Kinderbetreuung Kitas Krippenplätze

Kinder in einer Kinderkrippe: Sollte das Betreuungsgeld eingeführt werden, werden vor allem jene Ein- und Zweijährigen auf dem familieneigenen Wohnzimmerteppich spielen, denen Kontakt zu Altersgenossen besonders gut tun würde.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Aber das Betreuungsgeld steht im Koalitionsvertrag, die CSU pocht auf ihr Recht. Es soll also eine Idee verwirklicht werden, die eigentlich eine breite Mehrheit ablehnt - allen voran die Eltern, die das Geld lieber in Kita-Plätze und Erzieherausbildung stecken würden.

Die Argumente sind längst ausgetauscht. Studien und die Erfahrung in Thüringen, wo der Zuschuss bereits gezahlt wird, zeigen: Besonders Frauen aus sozial schwachen Familien werden sich mit dem Betreuungsgeld für den Herd und gegen das Büro entscheiden.

Darüber erzürnen sich der Verband der Alleinerziehenden, die Wirtschaft und vor allem jene, die für die Förderung der Kinder eintreten. Denn vor allem jene Ein- und Zweijährigen, denen Kontakt zu Altersgenossen besonders gut tun würde, werden auf dem familieneigenen Wohnzimmerteppich spielen. Das ist auch nicht im Sinn von Familienministerin Kristina Schröder. Schließlich steht auf ihrer Agenda: mehr Frauen in Berufe bringen, bedürftige Kinder früher und besser fördern.

Um die berüchtigten Fehlanreize zu verhindern, fordern die Rebellen Änderungen am Gesetz. Weil sie selbst aber offenbar am Ende nicht als Schöpfer des unsinnigen Betreuungsgelds gelten wollen, überlassen sie die Überarbeitung jenen, welche die Idee durchgeboxt haben. Es ist das passende Ende für die Umsetzung einer irrwitzigen Idee.