bedeckt München 18°
vgwortpixel

Festnahme von Wikileaks-Chef:Welche Verbindungen gibt es zwischen Trump und Wikileaks?

Zwei enge Berater von Trump sollen einen guten Draht zu Wikileaks gehabt haben, Roger Stone und Paul Manafort. Manafort soll Assange auch persönlich getroffen haben.

Gerichtsakten zufolge haben drei leitende Mitarbeiter der Trump-Kampagne gegenüber dem FBI ausgesagt, Stone habe ihnen gegenüber den Eindruck vermittelt, dass er direkte Verbindungen in den inneren Zirkel von Wikileaks habe. Er habe sich gar als "Pipeline" zu Wikileaks angedient. Stone soll nicht nur Aktionen von Wikileaks vorhergesagt haben, sondern sich hinterher auch selbst gelobt haben für das gute Timing der Veröffentlichungen, das der Clinton-Kampagne maximalen Schaden zugefügt habe. Stone muss sich wegen der Sache jetzt vor Gericht verantworten. Er erklärt inzwischen, er habe immer nur geblufft.

Netzpolitik Geschichte eines Zerwürfnisses
Assange und Ecuador

Geschichte eines Zerwürfnisses

Dem Aktivisten wurde ein Machtwechsel in Ecuador zum Verhängnis - und der Umstand, dass er zusehends den Bogen überspannte.   Von Benedikt Peters

Paul Manafort, damals unter anderem Trumps Wahlkampfleiter, soll sich mit Assange zu mehreren Geheimgesprächen in der Londoner Botschaft von Ecuador getroffen haben, berichtete der Guardian Ende 2018. Er soll dort mit Assange 2013, 2015 und im März 2016 zu Beginn seines neuen Jobs in der Trump-Kampagne gesprochen haben. Manafort, der demnächst eine mehrjährige Gefängnisstrafe im Zuge der Russland-Ermittlungen antreten muss, bestreitet, Assange je getroffen zu haben. Auch Assange bestreitet die Treffen.

Was geschieht jetzt mit Assange?

Assange wurde am Donnerstag dem Westminster Magistrates' Gericht vorgeführt. Was den Vorwurf angeht, gegen Kautionsauflagen verstoßen zu haben, erklärte er sich zwar unschuldig. Richter Michael Snow aber erklärte ihn in der Sache für schuldig. Assange habe sich "wie ein Narzisst verhalten, der nicht über seine eigenen egoistischen Interessen hinaus" blicken könne, berichtet ein BBC-Reporter via Twitter aus dem Gerichtssaal. Snow hat Assange an einen Strafgerichtshof (Crown Court) überstellt, der sein Strafmaß festlegen wird. Ein Datum dafür steht noch nicht fest. Im Fall des US-Auslieferungsbegehrens ist eine Anhörung für den 2. Mai angesetzt.

Warum ist Chelsea Manning nicht auch angeklagt?

Sie wurde im August 2013 für die Weitergabe der Daten an Wikileaks bereits zu einer Haftstrafe von 35 Jahren verurteilt. Präsident Barack Obama hatte sie allerdings Anfang 2017 begnadigt. Manning befindet sich seit Anfang März in Beugehaft, weil sie in dem Geheim-Verfahren gegen Assange die Aussage verweigert hat. Sie werde im Gefängnis bleiben, bis sie aussage oder bis die Geschworenen ihre Arbeit abgeschlossen haben, sagte der Richter. In einer kurzen Anhörung hatte Manning erklärt, sie erhebe Einspruch gegen die Geheimhaltung des Prozesses. Zudem habe sie in ihrer Anhörung vor dem Kriegsgericht 2013 bereits alles gesagt, was sie wisse.

Politik Großbritannien Der Tag, den er fürchtete

Seite Drei zu Julian Assange

Der Tag, den er fürchtete

Nach knapp sieben Jahren in der Botschaft Ecuadors wurde der Wikileaks-Gründer Julian Assange in London verhaftet. Nun ist er seinen Gegnern ausgeliefert. Über eine der kontroversesten Figuren des Internetzeitalters.   Von Silke Bigalke, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer und Nicolas Richter