SZ-Kolumne "Bester Dinge":Rockige Schmutzkampagne

Lesezeit: 1 min

SZ-Kolumne "Bester Dinge": undefined
(Foto: imago stock & people)

Der Dreck gehört zu Rock am Ring wie die Dezibel. Aber es geht auch nachhaltig: Die zerfetzten Zelte auf dem Festivalgelände sollen jetzt von Nutzen sein.

Von Titus Arnu

Schlamm, Lärm, Kontrollverlust: Die deutsche Punkband Schmutzki bringt das Lebensgefühl auf Rockfestivals in ihrem Lied "Zeltplatz-Baby" ganz gut auf den Punkt, es ist eine Hymne auf Dreck und Dezibel: "Lass uns das Duschen lassen/ Die besten Bands verpassen /Und unbeholfen auf der Isomatte grabschen/ Lass uns im Dixi knutschen / Und im Schmodder suhlen." Schmutzki, deren Bandname Programm ist, treten übrigens am ersten Juniwochenende bei Rock am Ring auf.

Schön, dass wieder große Konzerte und Musikfestivals stattfinden. Nicht so schön an solchen Veranstaltungen: der Dreck, der Müll, die Plastikbecher, die verlorenen Kleidungsstücke und die kaputten Zelte, die nach solchen Großveranstaltungen auf dem Gelände zurückbleiben. Seit Woodstock gehören Schlammexzesse und windschiefe Zelte zwar unverzichtbar zur Festivalkultur, manche Leute stehen auf so etwas. Allerdings lassen viele Besucher ihre verschmutzten und zerfetzten Zelte einfach zurück.

Bei Rock am Ring soll sich das nun ändern: Eine gemeinsame Initiative der Öko-Organisationen Tentation und Utopia will die traurigen Zeltreste nach dem Festival einsammeln, die Planen recyceln und daraus Taschen, Rucksäcke und Jacken nähen. Für Besucher mit beschädigten Zelten wird es zudem einen Reparaturservice geben. Auf diese Weise sollen faire Jobs in der Region geschaffen werden. Der Gewinn fließt in ökologische und soziale Projekte. Eine gute, saubere Sache - aber keine Sorge: Es bleibt garantiert schmutzig beim Festival, dafür sorgt schon Schmutzki mit den entsprechenden Songtexten.

Mehr gute Nachrichten lesen Sie hier.

Zur SZ-Startseite

SZ-Kolumne "Bester Dinge"
:Abwarten und Wasser trinken

Wenig nervt mehr, als stundenlang auf dem Flughafen herumzustehen. Außer man trinkt etwas - dann kann man damit sogar Millionen machen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB