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Prozesse - Kiel:Tod in Ostsee vorgetäuscht: Staatsanwältin fordert Haft

Betrug
Die Aufschrift "Landgericht" an einem Briefkasten am Eingang des Landgerichts. Foto: Markus Scholz/dpa/Archiv (Foto: dpa)

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Kiel (dpa) - Im Prozess um einen versuchten Millionenbetrug durch einen vorgetäuschten Tod in der Ostsee hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag mehrjährige Haftstrafen gefordert. Der 53-jährige Angeklagte und seine gleichaltrige Frau hätten sich "gemeinschaftlich als Mittäter handelnd des versuchten Versicherungsbetrugs schuldig gemacht", sagte Staatsanwältin Lethicia Miske vor dem Kieler Landgericht. Die Tat wertete sie als besonders schweren Fall und beantragte für den Angeklagten vier Jahre Haft und für seine Frau zwei Jahre und zehn Monate.

Das Ehepaar und die Mutter des Mannes schlossen laut Anklage insgesamt 14 Unfall-, Risikio- und Lebensversicherungen ab, um im Todesfall des Angeklagten 4,1 Millionen Euro zu kassieren. Das Verfahren gegen die 87-jährige Mutter wurde abgetrennt.

Um abzukassieren, inszenierte der 53-Jährige laut Anklage Anfang Oktober 2019 ein Motorboot-Unglück und seinen angeblichen Tod in der Ostsee. Anschließend versteckte er sich monatelang. Er wurde im Mai 2020 im Haus seiner Mutter in Schwarmstedt (Niedersachsen) festgenommen und kam in Untersuchungshaft.

Die Verteidigung will auf Freispruch plädieren. Nach ihrer Ansicht blieben die Angeklagten in Vorbereitungshandlungen stecken. Das aber wäre straffrei. Das Urteil wird an diesem Donnerstag erwartet.

© dpa-infocom, dpa:210125-99-165583/4

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