Porträt-AppDer Mensch will sich vergleichen - jetzt auch mit der Kunst

Google hat eine App entwickelt, die Fotos mit berühmten Porträts der Kunstgeschichte abgleicht. Wem wohl welcher Promi ähnelt? Fünf Versuche.

Google hat Deutschland am 20. Firmengeburtstag eine neue App geschenkt. Im Produkt-Blog im Internet steht dazu: "Art Selfies ist ein Experiment, um euren Doppelgänger unter Zehntausenden von Kunstwerken aus Sammlungen unserer Museumspartner weltweit zu finden." Man fotografiert sich mit der App selbst (oder Promis) und die Suchmaschine schaut nach, wem das Bild in der Kunstgeschichte ähnlich sieht. In den USA ist die App ein großer Erfolg. Der Mensch vergleicht sich einfach gern, auch wenn das sehr schlechte Laune macht: Wer hat das grünere Gras, die röteren Kirschen, die reizenderen Kinder, schöneren Frauen/Wohnungen/Urlaube? Dank Google: Wer hat den fescheren Doppelgänger in den Kunstmuseen dieser Welt? Schrieb nicht Søren Kierkegaard: "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit"? War Google aber offenbar egal. Und mal angenommen, man gäbe sein Bild ein und es erschiene einfach - nichts. Ist man dann einzigartig? Oder nicht existent.

Veronica Ferres / "Femme accoudée"

Original: Deutschlands bekannteste Schauspielerin. Kunstwerk: Eine Frau, auf ihre Ellenbogen gestützt, von Pierre-Auguste Renoir (1841-1919). Interpretation: Veronica Ferres, besser bekannt als "die Ferres", ist als Schauspielerin natürlich ein Chamäleon allererster Güte. Verträumt gucken kann sie , die Ferres. Praktisch: Da muss man auch gar nicht so viel Text sprechen.

Bild: dpa, Nelson-Atkins-Museum 5. September 2018, 16:322018-09-05 16:32:47 © SZ vom 05.09.2018/eca