SZ-Kolumne "Bester Dinge":Bleib stark, Yakei!

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(Foto: dpa)

Das Makaken-Weibchen, das in einem Zoo auf der japanischen Insel Kyushu zuletzt eine außergewöhnliche Führungsrolle übernahm, muss sich jetzt gegen männliche Avancen wehren.

Von Martin Zips

Es war an dieser Stelle bereits einmal zu lesen von Yakei, diesem ungeheuer erfolgreichen Makaken-Weibchen. Nie zuvor hatten Forscherinnen und Forscher im Takasakiyama Natural Zoo bei Oita auf der japanischen Insel Kyushu eine derartige Führerin erlebt. Zuletzt waren es immer männliche Tiere gewesen, welche Leitungspositionen im dortigen Primaten-Reservat übernahmen. Aber dann kam Yakei, 8, verprügelte ihre Mutter, nahm dem bisherigen Führer die Erdnüsse weg, stieg auf einen Baum, hob den Schwanz und - unglaublich! - 677 Affen hörten nur noch auf sie.

Ein knappes Jahr ist das nun her, doch gerade ist Paarungszeit auf Kyushu und da, berichtet die New York Times, kommt Luffy ins Spiel (manchmal heißt er im Artikel auch Ruffy). Ein 18-jähriger Makaken-Mann, der Yakei schöne Augen macht. Also ungefähr so wie zuvor schon Goro, 15, der für Yakei allerdings nur ein flüchtiges Abenteuer war. Forscherinnen und Forscher rätseln nun, ob es sich bei Luffy (oder Ruffy?) um echte Liebe handeln könnte - oder nur um einen dieser plumpen männlichen Annäherungsversuche zum eigenen Vorteil. Derlei kommt ja oft vor, im Tierreich, dem Hochadel oder der Medienbranche. Schon oft geriet dadurch Macht ins Wanken. Drum würde man Yakei nun am liebsten zurufen: "Überleg es dir gut! Der Luffy (oder Ruffy) könnte auch nur ein widerlicher Schuft sein!"

Ja, man sollte wirklich hoffen, dass Yakei in diesen Tagen vernünftig bleibt. Denn einen so ausgeprägten Hang zur weiblichen Führung, den gibt es im Tierreich sonst nur bei Bienen, Hyänen und Elefanten. Unter den Makakinnen und Makaken aber bleibt Yakei eine echte Pionierin. Bleib also stark, Yakei, bleib stark!

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