Innenstadt:Leere Fußgängerzone? Kommunalpolitik will sich einmischen

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Eine Frau mit Einkaufstüten in der Hand geht während des verkaufsoffenen Sonntags durch die Innenstadt. (Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symboldbild)

Die neuerliche Insolvenz der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof lenkt den Blick einmal mehr auf die Zukunft der Innenstädte. Wie können sie attraktiv bleiben?

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Hof/Bayreuth (dpa/lby) - Die Politik muss sich einmischen - und die Menschen sollen wieder mehr beim lokalen Fachhändler kaufen: Die fränkische Kommunalpolitik sorgt sich um die Zukunft der Fußgängerzonen. „Man kann eine Innenstadt nicht mehr dem Marktgeschehen überlassen“, sagte die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Fränkischer Oberbürgermeister, Eva Döhla, der Deutschen Presse-Agentur. „Man muss von der öffentlichen Seite sehr stark planerisch und gestalterisch rangehen, um funktionierende Zentren zu erhalten.“ Es sei eine wichtige Aufgabe für die Kommune, die Innenstadt lebendig und zukunftsfähig zu gestalten, betonte die Hofer Rathauschefin.

Der Bayreuther Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) warb bei der heimischen Bevölkerung darum, verstärkt wieder lokal zu shoppen: Schließlich sei es besser, im Fachhandel vor Ort einzukaufen als „vom Sofa aus“ bei Versandhändlern.

Die Fußgängerzone als „Begegnungsort“

Die Gestaltung attraktiver Innenstädte dürfe sich nicht auf das Laden-Angebot beschränken, sagte SPD-Politikerin Döhla. „Es geht darum, die Innenstadt für die Zukunft anzupassen, wenn das Konzept nicht alleine durch stationären Handel getragen wird. Es kommt auch auf andere Dinge an, um die Funktion eines Begegnungsorts aufrecht zu erhalten. Dazu gehören auch Veranstaltungen in der Innenstadt.“ Dabei gehe es auch um den Aspekt Klimawandel: „Wie schafft man Aufenthaltsqualität auch an heißen Tagen?“

Viele Innenstädte leiden darunter, dass die Menschen immer häufiger online statt vor Ort einkaufen. Zudem macht die Teuerungsrate den Einzelhändlern zu schaffen, weil viele Menschen ihr Geld lieber zusammenhalten anstatt zu shoppen. Wenn viele Läden in der Fußgängerzone leer stehen, leidet die Attraktivität, was die verbliebenen auch zu spüren bekommen. Und die neuerliche Insolvenz der Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof dürfte auch bei den verbliebenen Standorten in Bayern Sorgen auslösen: Wird das klassische Warenhaus als prägendes Gebäude in der Innenstadt bleiben können?

Touristen als Kundschaft der Fußgängerzone

Beispiel Bayreuth: Hier ist „der Karstadt“ in der Fußgängerzone bislang von den Schließungswellen verschont geblieben. Als „Ankerhändler in der Stadt“ bezeichnete Ebersberger das Warenhaus. Die Entscheidung, wie es weitergehe, liege freilich nicht bei der Kommune, betonte er weiter: „Wir werden aber schauen, dass die Rahmenbedingungen stimmen für ein Kaufhaus am Markt.“ Das Warenhaus sei nach wie vor ein Magnet und deshalb wichtig für die Innenstadt.

Einen Schlüssel für attraktive Zentren sieht Ebersberger im Tourismus: „Viele Tages- und Wochenendgäste sind Kunden der Innenstadt.“ Bayreuth habe Zuwächse im Tourismus, zudem sei zu erwarten, dass weitere Hotels zahlungskräftige Kunden in die Stadt bringen. Auch mit kulturellen Angeboten versuche die Kommune, „Leben in die Innenstadt reinzubekommen“.

© dpa-infocom, dpa:240114-99-602713/2

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