Hitzewelle in Großbritannien:Kühle Getränke und Vorsicht vor Stachelrochen

Lesezeit: 2 min

Hitzewelle in Großbritannien: Stay hydrated! Ein britischer Polizist versorgt vor dem Buckingham Palace einen Soldaten mit Wasser.

Stay hydrated! Ein britischer Polizist versorgt vor dem Buckingham Palace einen Soldaten mit Wasser.

(Foto: Matt Dunham/dpa)

Einige Australier haben Tipps gesammelt und ins Internet geschrieben, damit die Briten die Hitze gut überstehen. Denn dort müssen sie es ja wissen. Nicht alle sind ernst gemeint, nicht alle sind hilfreich, manche allerdings ziemlich lustig.

Von Leopold Zaak

Kennen Sie die Symptome eines Hitzschlags bei Ihren Haustieren? Nun, das sollten Sie vielleicht, denn Deutschland erwartet heute den heißesten Tag des Jahres. Und nicht nur in Deutschland sind die Temperaturen hoch, Großbritannien wird gerade von der Hitze erdrückt. Mehr als 40 Grad Celsius kann es heute heiß werden, gestern fielen wegen der Hitze in London Flüge aus, teilweise liegt der Bahnverkehr lahm, weil die Schienen verformen. Großbritannien scheint nicht wirklich vorbereitet zu sein.

Anders ist das in Australien, wo es schnell mal weit über 40 Grad heiß werden kann. Damit die Briten gut durch die Hitzewelle kommen, haben einige Australier all ihr Wissen gesammelt, Tipps zusammengestellt und ins Internet geschrieben. Einige davon scheinen sehr hilfreich zu sein (zum Beispiel, dass man dringend die Hitzschlag-Symptome seiner Haustiere googeln sollte), ein paar irritieren etwas, andere sind wissenschaftlich zumindest zweifelhaft. Und manche sind einfach nur lustig.

Die australische Botschaft in London teilte auf Twitter sieben "tips to beat the heat" und erinnerte an eine australische Anti-Hautkrebs-Kampagne aus den 80er-Jahren mit dem Titel "Slip Slop Slap". Da singt eine Möwe mit dem Namen Sid und einer leichten Sprachstörung, man solle in ein Shirt schlüpfen (slip), sich mit Sonnencreme beschütten (slop) und sich einen Hut auf den Kopf klatschen (slap).

Vor allem der Tweet einer Historikerin sorgte für große Resonanz. Er richtet sich an die Engländer, die keine Klimaanlage zu Hause haben, was wohl für die meisten gelten dürfte.

Sie als "echte Australierin" empfiehlt den Engländern neben dem offensichtlichen Hinweis viel zu trinken, Sprühflaschen mit Wasser zu befüllen, mit denen man sich (und die Haustiere!) zwischendurch abkühlen kann. Draußen solle man am besten luftige und lange Klamotten tragen und sich auch darunter eincremen. Wer mehr Kühlung brauche, der solle ein nasses Handtuch ins Gefrierfach legen oder die Füße in kaltes Wasser stellen. Und wenn das alles nichts mehr nutzt, könnten Eiswürfel unter den Achseln helfen.

Sie und andere Australierinnen empfehlen auch, den ganzen Tag Fenster und Vorhänge zuzumachen, um die Wohnung zu kühlen. Das ist allerdings hoch umstritten, da so die Luftfeuchtigkeit in den Räumen schnell ansteigen und es dann vor allem für alte Menschen sehr gefährlich werden kann. Wetterexperte Jörg Kachelmann zum Beispiel ruft deshalb seit Jahren, wenn es heiß wird: Macht die Fenster auf!

Auch von den Philippinen gibt es Ratschläge für England: Vorhänge zu, Fenster auf (!), sich zwischen zehn und 16 Uhr nicht bewegen und dann gegen 14 Uhr vor Ventilator und Fernseher einschlafen.

Die Tipps für die hitzegeplagten Engländer gefallen aber nicht jedem - vor allem in Australien. 40 Grad, heißt es in Kommentaren, das sei in Australien nicht mal eine Hitzewelle, die Engländer sollten sich mal nicht so anstellen und lieber Klimaanlagen einbauen. Ein User stellt die Frage, wie es denn den Briten gelungen sei, zu Zeiten des Empire so viele südliche Gebiete zu kontrollieren.

Einige Engländer hingegen verweisen auf ihre Erfahrungen, die sie jedes Jahr im Sommerurlaub in Südeuropa machen würden. Da sei es auch heiß, man brauche also keine klugen Ratschläge vom anderen Ende der Welt.

Zwischen all den gut gemeinten Tipps findet sich auch noch der Tweet des Journalisten David Whitley, der lange in Australien gearbeitet hat und in England wohnt. Bei der derzeitigen Hitze helfe es, den Schatten von Eukalyptus-Bäumen zu suchen, sowie aufzupassen, wenn man zum Abkühlen ins Wasser geht: Es könnten Krokodile oder Stachelrochen drin sein.

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