Attacken via Instagram Beyoncés Social-Media-Bienchen stechen zu

Beyoncé am Spielfeldrand bei den NBA-Finals. Zu ihrer Linken: Nicole Curran.

(Foto: AFP)

Die Sängerin hat in sozialen Netzwerken eine riesige, bisweilen angriffslustige Follower-Schar, "Beyhive" genannt. Ein böser Blick von ihr reicht, und ihre Fans rasten aus.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Hach, was waren sie mal wieder aufgeregt im Bienenstock. Beyhive wird die Ansammlung der Fans von Sängerin Beyoncé Knowles genannt, alleine auf Instagram folgen ihr mehr als 128 Millionen Leute, und diese fleißigen Bienen verteidigen ihre Königin, gerne auch mit schmerzenden Stichen. Das kann wegen einer mutmaßlichen Affäre mit Ehemann Jay-Z sein (gestichelt und gestochen wurde damals, 2016, gegen Designerin Rachel Roy), wegen des angeblich viel zu hell geratenen Hauttons ihres Wachsabbildes (Madame Tussauds, 2017) oder wegen eines Küsschens zu viel auf die Wange (Schauspieler Omari Hardwick bei einer Preisverleihung im Januar 2019).

Die Bienen schwärmen auf sozialen Netzwerken aus und teilen den vermeintlichen Gegnern mit, dass sie sich mal besser nicht mit Queen Bee anlegen sollten, sonst ...

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Grund der jüngsten Aufregung nun ist ein 13 Sekunden langes Video, aufgenommen am Spielfeldrand der Finalserie der US-Basketballliga NBA zwischen den Golden State Warriors und den Toronto Raptors. Zu sehen sind Beyoncé, 37, und Jay-Z (gerade vom Magazin Forbes zum erster Milliardär der Hip-Hop-Szene erklärt). Sie sitzen in der Arena im kalifornischen Oakland am Spielfeldrand zwischen anderen Superreichen, winken, amüsieren sich, ganz offensichtlich prächtig. Dann lehnt sich Beyoncés Sitznachbarin zur Linken über die Sängerin hinweg und spricht kurz mit Jay-Z. Plötzlich verfinstert sich Beyoncés Miene und es sieht so aus, als würde sie der Frau so etwas wie einen Schulterrempler verpassen. Und der Beyhive dreht durch.

Zunächst sticheln die selbsternannten Beyoncé-Beschützerinnen auf Twitter und Instagram gegen die zugegebenermaßen sehr glitzernden und sehr goldenen Overknee-Stiefel der Frau. Dann folgen wüste Beschimpfungen versehen mit dem Hinweis, dass sich niemand, wirklich niemand über die Queen Bee beugen und so ihre Intimsphäre verletzen dürfe. Für diese Proklamation wird auch sogleich eine passende Beyoncé-Textzeile hervorgekramt, sie stammt aus dem Song "Irreplacable" (2006): "If ol' girl knows what's good for her, she'll move a little to the left, to the left." Wenn die Alte weiß, was sich gehört, dann rutscht sie ein bisschen nach links, nach links.

Nun, diese Frau, die laut Beyhive nicht weiß, was sich gehört, ist Nicole Curran, Ehefrau des Eigentümers der NBA-Mannschaft Golden State Warriors, Joe Lacob. Curran ist an diesem Abend die Gastgeberin von Beyoncé und Jay-Z. Ein Abend, der für sie damit endet, dass ihr nach dem Leben getrachtet wird. "Ich habe gerade mit ihr gesprochen, sie war in Tränen", schrieb Ramona Shelburne, Reporterin beim Sportsender ESPN, auf Twitter: "Sie hat auf sozialen Netzwerken die ganze Nacht über Morddrohungen bekommen, sie hat nun ihren Account bei Instagram ausgesetzt, damit das aufhört."

Sie habe überhaupt nicht gewusst, was los sei, bevor ihr Freunde vom Video erzählt hätten. Was laut Curran wirklich passiert ist: Sie habe sich nach Getränkewünschen des Paares erkundigt - Beyoncé wollte Wasser, Jay-Z den Longdrink Wodka-Soda. Es sei laut gewesen in der Halle, also habe sich Curran zum Gast gebeugt und gefragt, ob er denn gerne eine Zitrone in seinem Drink haben wolle.

Warum Beyoncé grimmig dreinblickte? Wer weiß, vielleicht hat sie auch einfach nur geguckt, einfach nur dagesessen. Nicht grimmig, nicht fröhlich, einfach nur so. Zu der Situation und zu dem, was daraus entstanden ist, hat sie sich nicht geäußert. Die Interpretation der besagten 13 Sekunden hat die Bienenkönigin bislang ihrem Social-Media-Fan-Volk überlassen.

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