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Wolfratshausen:Rochade am Parkplatz-Dreieck

Der Parkplatz hinter der Sparkasse wird schon jetzt gut genutzt. Geht es nach der LAW, sollen dort Lehrer und Lizenzinhaber ihre Autos abstellen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Der Verein "Lebendige Altstadt" will Lehrer und Dauerparker an der Loisachhalle auf das Sparkassen-Gelände umsiedeln. So sollen Stellplätze für Besucher der Altstadt frei werden.

Zusätzliche Parkplätze für die Altstadt sind ein Thema, mit dem sich die Politik in Wolfratshausen schon seit Jahren befasst. Geschaffen wurden sie aber bislang nicht. Nach der ernüchternden Präsentation eines Gutachtens zum Thema, bei der der Planer wenig mehr als Allgemeinplätze vortrug, lässt der Stadtrat nun konkret die Standorte Hatzplatz, Paradiesweg und den Sparkassen-Parkplatz prüfen für Erweiterungen prüfen. Vorliegen sollen die Ergebnisse allerdings erst im November. Vorher will man das Ergebnis der städtischen Mobilitätsumfrage abwarten. Eine städtebauliche Förderung könnte frühestens 2017 beantragt werden.

Das alles dauert dem Verein "Lebendige Altstadt Wolfratshausen" (LAW) zu lang. Dessen Arbeitskreise Verkehr und Stadtlandschaften haben nun gemeinsam ein Konzept entwickelt, mit dem sich schnell und einfach Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Altstadt schaffen ließen, wie der Verein mitteilt. "Mit zusätzlichen komfortablen Parkplätzen soll die touristische und wirtschaftliche Attraktivität der Stadt Wolfratshausen gesteigert werden", heißt es in dem Papier, das der Verein nun an Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) geschickt hat.

Die "leicht umsetzbare und kostengünstige Sofortmaßnahme", die die LAW vorschlägt, ist im Prinzip eine Rochade im Dreieck zwischen dem Lehrerparkplatz der Grund- und Hauptschule, dem Loisachhallen-Parkplatz und dem so genannten Sparkassen-Parkplatz nördlich der Kreissparkasse am Hammerschmiedweg.

Die zehn LAW-Mitglieder beider Arbeitskreise, die das Konzept erarbeitet haben, schlagen vor, den Lehrerparkplatz auf den Sparkassen-Parkplatz zu verlagern. Dazu müsse nur die Beschilderung geändert werden, erläutert LAW-Sprecher Ernst Gröbmair. Das Schild, das die Stellplätze des Lehrerparkplatzes an der Sauerlacher Straße werktags von 7 bis 14 Uhr für die Lehrkräfte reserviert, müsse an einer Sektion des Sparkassen-Parkplatzes aufgestellt werden. Die 36 Stellplätze des bisherigen Lehrerparkplatzes wären somit ganztägig für die Allgemeinheit verfügbar. Die LAW schlägt eine Gebührenpflicht oder eine zeitliche Begrenzung mit Parkscheibe vor. Nachts könnten dort auch Anlieger parken.

Zusätzlich sollen auch die 40 Parklizenzinhaber, die bislang eine Dauerkarte für die Schranke am Loisachhallen-Parkplatz haben, auf den Sparkassen-Parkplatz umgesiedelt werden. So entstünden auf dem großen Parkareal in unmittelbarer Nähe zur Altstadt weitere 40 verfügbare Stellplätze - "für Kunden und Besucher der Altstadt und deren Geschäfte", wie es in dem Vorschlag des Vereins heißt. Laut einer Erhebung der LAW zur Parkplatzsituation in Wolfratshausen verfügt der Parkplatz an der Loisachhalle insgesamt über 90 Stellplätze. Auch dort könne das Parken künftig zeitbegrenzt mit Parkscheibe geregelt werden, schlägt der Verein vor.

"Unser Ziel ist es, für die Altstadt mehr komfortable Parkplätze zu schaffen", erläutert Gröbmair den Vorstoß, "und zwar mit einer schnellen Lösung." Schließlich seien die beiden Großparkplätze an der Loisachhalle und am Hatzplatz oft schon an ganz normalen Wochentagen voll ausgelastet. Mit der vorgeschlagenen Rochade könnten unkompliziert Stellflächen in Altstadtnähe geschaffen werden - noch im September. In der Gesamtbilanz freilich bleibt alles beim Alten - denn von den bislang kostenfreien 78 Stellplätzen, die der Sparkassen-Parkplatz derzeit bietet, blieben nach der Rochade nur noch zwei freie übrig. An einer großen baulichen Lösung kommt der Stadtrat langfristigen also nicht vorbei.

© SZ vom 03.08.2016

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