Computer und Kunst:Ein Pionier wird 95 - und macht weiter

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Computer und Kunst: Brückenbauer zwischen Kunst und Wissenschaft dank enormer Imaginationskraft: Herbert W. Franke hat seinen 95. Geburtstag gefeiert.

Brückenbauer zwischen Kunst und Wissenschaft dank enormer Imaginationskraft: Herbert W. Franke hat seinen 95. Geburtstag gefeiert.

(Foto: art meets science/OH)

Der in Egling lebende Herbert W. Franke wird für sein Lebenswerk geehrt - und gründet Stiftung.

Von Claudia Koestler, Egling

Er gilt als Universalgenie und Urvater der Medienkunst: Der in Egling lebende Herbert W. Franke hat am 14. Mai 2022 seinen 95. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass ehrt das Francisco Carolinum in Österreich nun sein Lebenswerk: Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Linz, seit 2014 UNESCO City of Media Arts, präsentiert unter dem Titel "Visionär" noch bis 12. Juni eine umfangreiche Einzelausstellung. Sie zeigt, wie Franke von den frühen 1950er Jahren an bis heute die Zukunft der digitalen Kunst als Künstler und Theoretiker entscheidend prägt.

Der gebürtige Österreicher und promovierte Physiker Franke "hat sein Leben lang Neuland erkundet und konsequent wie kaum ein anderer über 70 Jahre in die Zukunft der digitalen Kunst geschaut, bis er in den frühen 2000er Jahren als Künstler und Kurator im Metaverse angekommen war", heißt es in der Ankündigung des Museums. Als Computerkünstler der ersten Stunde experimentierte er beispielsweise 1953 "mit generativer Fotografie, nutzte ab 1954 einen analogen Computer und ab den sechziger Jahren die ersten Großrechner für seine abstrakte algorithmische Kunst." Im Jahr 1970 war er mit dem Siebdruck aus seiner Serie "Quadrate" bei der Biennale in Venedig vertreten. Es ist sein erstes mit einem Digitalcomputer geschaffenes Werk, bei dem er bereits den Zufall gemeinsam mit einem Algorithmus arbeiten ließ.

Seine Pioniertätigkeit führt Franke auch mit seinen mittlerweile 95 Jahren unvermindert fort: Am 1. Juni etwa veröffentlicht er eine eigenhändig kuratierte Auswahl von 100 Non-Fungible Tokens, kurz NFTs und zu Deutsch: Nicht austauschbare Zeichen oder Vermögenswerte, und so etwas wie einzigartige und fälschungssichere Sammlerstücke, aus seiner Math Art-Serie. Die Serie entstand aus Forschungsarbeiten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst und "offenbaren die faszinierende Welt einer bildgewordenen Mathematik mit überraschenden Formenreichtum, der stark an Pop Art erinnert", heißt es in der Meldung. Diese NFTs werden von Juni an auf Quantum zu finden sein, eine der führenden NFT-Plattformen. Die Einnahmen sollen in die Gründung der Stiftung "art meets science - Stiftung Herbert W. Franke" fließen.

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