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SZ-Adventskalender:Heavy-Metal-Zeichen bei den Koboldsmädchen

Rufus Beck mit dem geringelten Publikumsliebling: Gemeinsam stimmen sie den Regenwurm-Rap an.

Rufus Beck mit dem geringelten Publikumsliebling: Gemeinsam stimmen sie den Regenwurm-Rap an.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Auftritt des BR-Symphonieorchesters begeistert Kinder ebenso wie Erwachsene.

Die Nacht ist dunkel. Ein Unwetter tobt über dem Märchenwald. Nicht nur die Stimme von Erzähler Rufus Beck raunt unheilvoll, auch die Musik, Auszüge aus Béla Bartóks Komposition "Konzert für Orchester", gespielt vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Lahav Shani, schwillt dramatisch an. Alle Tiere haben sich in ihren Höhlen verkrochen. Nur ein kleines blondes Mädchen in einem weißen Kleid, mit einer Krone auf dem Kopf und einem Schwert in der Hand, streift zwischen den Bäumen umher. Es ist eine Prinzessin, und auf der Leinwand hinter dem Orchester erscheint sie als eine der eierkopfartigen Zeichnungen von Martin Fengel. Sie illustrieren die Geschichte "Die Koboldsschwestern" von Katharina Neuschaefer rund um eine junge Prinzessin, die lieber kämpft, als auf einen Prinzen zu warten.

Allerdings gerät sie auf ihrer Suche nach einem Drachen in die Nähe eines Abgrunds - und stürzt hinein. Erschrocken schlagen sich die jungen Besucher im Herkulessaal die Hände vor den Mund, da und dort springen sie von ihren Stühlen auf. Was sonst eher verpönt ist bei klassischen Konzerten, stört an diesem Samstag im Herkulessaal, bei einem der beiden Familienkonzerte zugunsten des SZ-Adventskalenders, niemanden. Es gehört vielmehr zum Konzept der Benefizkonzerte, mit denen sich Mariss Jansons, der jetzt mit 76 Jahren verstorbene Chefdirigent des BRSO, viele Jahre für den SZ-Adventskalender engagierte (siehe Feuilleton und Kultur).

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"Alles klar im Revier, du Tier?" fragt ein grünes Koboldsmädchen einen Regenwurm, den es aus dem Boden zieht. Auch Rufus Beck, dessen markante Stimme vielen im Publikum als Sprecher der Harry-Potter-Hörbücher vertraut in den Ohren klingt, fördert aus einer Tasche einen Regenwurm zu Tage. Ein gelb und rot geringeltes Plüschtier, das er sich mehrmals um den Hals schlingen kann. "Wir machen einen drauf, dass die Tannen wackeln", beschließt das kecke Koboldsmädchen und macht das "Heavy-Metal-Zeichen" mit zwei Fingern. Der Wurm bekommt das mangels Händen nicht hin, aber sehen nicht seine Fühler genau so aus?

Im Saal glucksen die kleinen Zuhörer vor Vergnügen, vor allem, als Beck den "Wurmsong" rappt. Freilich keine Komposition von Bartók, sondern geschrieben von Hans Selmeier und Katharina Neuschaefer. Plötzlich ertönt ein lauter Hilfeschrei. Er stammt von der Prinzessin, die an eine Wurzel geklammert über dem Abgrund schwebt. "Du brauchst Hilfe!", stellt das herbeieilende Koboldsmädchen fest. "Nur weil ich ein Mädchen bin und eine Krone aufhabe, denken alle, sie müssten mich retten", entgegnet ihr die Prinzessin unwirsch.

Am Ende dieses märchenhaften Abenteuers wird die Königstochter dann doch noch einsichtig werden. Sie erkennt, dass es mitunter heldenhafter sein kann, eine Freundin vor dem Tod durch Versteinern zu bewahren, als einen friedlichen Drachen zu töten. Eine Botschaft, die nicht nur in dem lebensbejahenden Finale von Bartóks Konzertwerk ihre Entsprechung findet. Sondern am Ende noch einmal mit dem Regenwurm-Rap gefeiert wird, den das Publikum begeistert mitsingt.

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