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Babyboom in Starnberg:So viele Geburten wie noch nie

3678 Babys hat das Team des Starnberger Klinikums im vergangenen Jahr betreut. Ein weiterer Kreißsaal und eine größere Intensivstation sind in Planung.

Von Manuela Warkocz

Der Babyboom am Starnberger Klinikum ist ungebrochen. 3062 Geburten meldet das Klinikum für das vergangene Jahr, darunter 52 Zwillinge. Zusammen mit der Kreisklinik Wolfratshausen - mit ihr besteht als Außenstelle seit 2018 eine Kooperation - kommt das Klinikum sogar auf 3678 Geburten. Ein neuer Rekord. Damit gehören die Starnberger zu den acht größten Geburtshäusern in ganz Deutschland. An erster Stelle steht der Verbund der städtischen München-Klinik mit 6013 Geburten, allerdings zusammengerechnet aus den drei Krankenhäusern Schwabing, Harlaching und Neuperlach. Platz zwei belegt die Charité in Berlin mit 5526 Geburten in zwei Häusern.

Die Starnberger Geburtshelfer bewältigten erneut mehr als 3000 Geburten. Im Vergleich zum Jahr 2018 mit 3145 Geburten war die Zahl von 3062 Geburten aber leicht rückläufig. Der Gesamtrekord ist den Wolfratshauser Kollegen zu verdanken. Sie verzeichneten 616 Entbindungen. Die Kaiserschnitt-Rate ist rückläufig und lag mit 30,4 Prozent unter dem bayernweiten Mittel von 32 Prozent. Acht tot geborene Babys waren zu betrauern, vier in Starnberg und vier in Wolfratshausen.

Geburtshilfe am Klinikum Starnberg; Geburtshilfe am Klinikum Starnberg

Glückliche Eltern und Geburtshelfer (von links): Leitende Hebamme Karin Gruber, Vater Harald Wolf mit Stefan, Pflegeleiterin Heike Stadler, Mutter Lea Riembauer mit Sophia-Doris aus Landsberg und Chefarzt Christoph Anthuber.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Von den Kindern, die in Starnberg zur Welt kamen, sind die wenigsten tatsächlich in der Kreisstadt zu Hause, nämlich nur 195 Buben und Mädchen. Die allermeisten Eltern sind Auswärtige. Sie schätzen den guten Ruf des Krankenhauses. "Wir weisen auch niemanden ab", betont der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Professor Christoph Anthuber. Ihm ist es wichtig, dass aus einer Geburt in Starnberg nichts "Elitäres" wird. Denn was der 62-jährige Chefarzt heute häufiger mitbekommt, will das Klinikum nicht fördern: "Manche Frauen haben ihren positiven Schwangerschaftstest und melden sich dann sofort in vier Kliniken an." In Starnberg steht man auch parat, wenn Krankenhäuser in München Frauen mit Blasensprung und Wehen etwa aus Personalmangel abweisen und sich aus der Versorgung abmelden. Das komme vor allem im Winter "gar nicht so selten" vor, sagt Klinik-Geschäftsführer Heiner Kelbel.

Werdende Mütter und Neugeborene umsorgt im Starnberger Klinikum ein großes Team mit 27 Ärzten, 29 freiberuflichen Hebammen und der Leitenden Hebamme Karin Gruber. Ende 2018 kamen sieben Stationsassistentinnen dazu und eine medizinische Fachkraft, die sich vor allem um Organisatorisches kümmert. Wochenbettschwestern begleiten die frisch gebackenen Mütter vier Tage lang nach der Geburt, um ihnen mit den Säuglingen einen guten Start zu ermöglichen. Chefarzt Anthuber freut sich über "das extrem konstante Team", in dem es kaum Fluktuation gebe. Allerdings werde man vermutlich mehr Personal brauchen, unter anderem weil früher nur zwei Ärzte im Bereitschaftsdienst da waren, jetzt sind es drei. Gleichzeitig schreiben neue Tarifverträge den Ärzten weniger Dienste im Monat vor.

Lieblingsnamen

1. Amelie (28 Babys) 1.Maximilian (43)

2. Johanna (27) 2. Jonas (28)

3. Emma (24) 3. Lukas (25)

4. Emilia (23) 4. Leon (24)

4. Sophia (23) 4. Paul (24)

6. Anna (22) 6. Alexander (23)

6. Valentina (22) 6. Samuel (23)

8. Charlotte (21) 8. Anton (22)

8. Lea (21) 8. Jakob (22)

10. Hannah (20) 8. Ludwig (22)

10. Leonie (20) 11. David (21)

12. Lena (19) 12. Felix (20)

13. Lina (18) 12. Leo (20)

13. Theresa (18) 14. Noah (19)

15. Marie (17) 14. Valentin (19)

15. Mia (17) 16. Benedikt (18)

17. Clara (16) 16. Jonathan (18)

18. Elena (15) 18. Ben (17)

18. Laura (15) 18. Elias (17)

18. Leni (15) 18. Emil (17)

Quelle: Standesamt Starnberg, 2019

Für Geburten stehen fünf Entbindungsräume und vier Wehenzimmer zur Verfügung. Ein weiterer Kreißsaal ist in Planung. Frauen können zahlreiche Angebote aus der Geburtshilfe in Anspruch nehmen wie Gebärmatte, Aromatherapie und Massage oder eine Wassergeburt machen. Als Geburtsklinik des Levels zwei betreut man in Starnberg auch Risikogeburten. Eng arbeitet die Geburtshilfe in der Perinatologie mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Haus zusammen. Dort stehen für Neugeborene sechs Intensiv-Beatmungsplätze zur Verfügung. Rund um die Uhr ist ein Kinderarzt präsent. Die mehr als 20 Jahre alte Intensivstation für Neugeborene soll erneuert und dabei erweitert werden. Der Landkreis hat dieser Baumaßnahme und weiteren zugestimmt und macht dafür 50 Millionen Euro locker. Geschäftsführer Kelbel sagt, man führe Gespräche mit dem Gesundheitsministerium und lege dann einen Fahrplan zur Realisierung vor.

© SZ vom 01.02.2020

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