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Fünfseen-Filmfestival in Seefeld:Zuckrige Romanze

Aber bitte mit Sahne: Die britische Schauspielerin Celia Imrie spielt die Großmutter Mimi in der Tragikomödie "Love Sarah - Liebe ist die wichtigste Zutat".

(Foto: FSFF, Verleih)

Im Schloss-Kino läuft als erster Festivalfilm "Love Sarah" von Eliza Schroeder. Leichtes Wohlfühlkino, das Appetit auf Süßes macht.

Von Carolin Echterbeck

"Love Sarah - Liebe ist die wichtigste Zutat" ist der erste Film, der zum 14. Fünfseen-Filmfestival im Seefelder Kino läuft, doch bevor es los geht, ist noch mal die Eröffnung am vergangenen Mittwoch Thema. Festivalleiter Matthias Helwig führt in Eliza Schroeders Romanze ein und resümiert über den Auftakt seiner "Special Edition" in Starnberg. Er ist erleichtert, dass alles glatt über die Bühne ging. Irgendwie passt auch "Love Sarah" zu diesem Rückblick, denn das ist ein leichter Wohlfühlfilm. Die Titelheldin und Namensgeberin Sarah hat den großen Traum, eine eigene Bäckerei in Londons Stadtviertel Notting Hill zu eröffnen. Sie wird von Candice Brown gespielt, die Gewinnerin der siebten Staffel der britischen Reality-TV Serie "The Great British Bake Off" - wie passend.

Doch auf dem Weg zur Übergabe des Ladenschlüssels hat Sarah einen Fahrradunfall. Ihre 19-jährige Tochter Clarissa (Shannon Tarbet) beschließt, die Bäckerei gemeinsam mit ihrer Oma Mimi (Celia Imrie) und Sarahs bester Freundin Isabella (Shelley Conn) trotzdem zu eröffnen. Mit Sarahs Jugendliebe und Sternekoch Matthew (Rupert Penry-Jones) zaubern sie in dem Laden, den sie "Love Sarah" nennen, ausgefallene Leckereien. Doch können sie sich gegen die Konkurrenz durchsetzen?

Der Nachbar des Ladens Felix (Bill Paterson) bringt es auf den Punkt: "Im Umkreis von fünf Minuten gibt es vier weitere Bäckereien. Was macht eure so besonders?" Regisseurin Eliza Schroeder löst das Problem, indem sie Londons kulturelle Diversität aufgreift: Neben britischen Küchlein gibt es auch internationale Köstlichkeiten in der Bäckerei. Schroeder wohnt selbst in Notting Hill, ist aber in Deutschland geboren und aufgewachsen - und bringt nun Londons verschiedene Kulturen in dem kleinen Geschäft zusammen. Der deutsch-britische Film hat zwar wenig Überraschendes zu bieten, ist aber ein Augenschmaus: Nahaufnahmen von Küchlein, Croissants und Cappuccinos, dazu noch Notting-Hill-Flair, der Fernweh erzeugt. Keine Frage - Schroeder zeigt ihre Wahlheimat von der schönsten Seite.

Die Protagonisten durchleben einen klassischen Selbstfindungsprozess und finden in der Bäckerei einen neuen Lebenssinn. Und Schröder gelingt es, die Zuschauer in die zuckrige Konditor-Welt zu ziehen. Die Besucher verlassen die Vorstellung heiter und mit einem großen Appetit auf Süßes. "Love Sarah - Liebe ist die wichtigste Zutat" ist noch dreimal in den Festivalkinos zu sehen: am 29. August, 14 Uhr in Starnberg, am 2. September, 15 Uhr, in Seefeld und am 6. September,14 Uhr, in Gauting. Der Film läuft dann von 10. September an regulär in den Lichtspielhäusern.

© SZ vom 29.08.2020
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