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Gastronomie:Kalispéra, Starnberg!

Starnberg: Griechische Taverna - Wiedereröffnung

Der Biergarten der griechischen Taverna im Bayerischen Hof öffnet nach sechsmonatiger Zwangspause wieder. Die Tochter des Wirts Christos Lakopoulos, Elena, freut sich sehr darauf.

(Foto: Nila Thiel)

Der Biergarten der "Griechischen Taverne" beim Bayerischen Hof öffnet wieder. Gekocht wird in einem Imbisswagen, die Speisekarte ist geschrumpft.

Von Peter Haacke

Die bange Zeit der Ungewissheit ist vorbei - zumindest für den bevorstehenden Sommer: Der Biergarten der "Griechischen Taverna" am Starnberger Bahnhofsplatz öffnet wieder. Der offizielle Termin ist an diesem Donnerstag, doch schon seit Wochenbeginn sind Gäste im Rahmen eines Probelaufs im Freien bewirtet worden. Christos Lakopoulos und seine Mannschaft bereiten sich auf eine Saison unter besonderen Vorzeichen vor, denn abgesehen von den pandemiebedingten Auflagen muss improvisiert werden: Weil der "Bayerische Hof" weiterhin weder von Personal noch von Gästen betreten werden darf, befinden sich Bar, Küche und Kühllager des Biergartens im Freien.

Die Stammgäste, die unter großen Sonnenschirmen die besondere Atmosphäre des kleinen Freiluftlokals bei angenehmen Temperaturen in den vergangenen Tagen schon genießen durften, wird es nicht stören. Zwar sind die Sitzplätze reduziert, statt 120 passen nun nur noch 70 Gäste in das umzäunte Areal. Und auch die ansonsten üppige Karte ist drastisch zusammengeschrumpft: Lediglich fünf griechische Klassiker stehen zur Auswahl, darunter Souvlaki, Calamares, Moussaka oder Lamm.

Starnberg: Griechische Taverna - Wiedereröffnung

Wirt Christos Lakopoulos kann es kaum erwarten, Stammgäste wie Susanne Schad (re.) wieder begrüßen zu können.

(Foto: Nila Thiel)

Gekocht wird in einem Imbisswagen, die Stadt hat der Familie Lakopoulos eine Marktbude zur Verfügung gestellt, in der Salat und Kühlware gelagert werden sollen. Unverändert geblieben ist das Angebot an der Bar, die dem Ganzen das Flair eines Strandlokals verleiht. "Wir sind froh, dass es wieder losgeht", sagt Christos Lakopoulos. "Danke an die Stadt". Der "Grieche" - seit 1997 eine Institution in Starnberg - hatte kurz vor Weihnachten schließen müssen, weil die Stadtverwaltung eine erhebliche Gefahr wegen Mängeln an Statik und Brandschutz des 1865 erbauten Gebäudes geltend gemacht hatte. Weder das Hotel noch die Räumlichkeiten des "Cafés Prinzregent" oder der "Griechischen Taverna" dürfen seither genutzt werden.

Wie es mit dem denkmalgeschützten und sanierungsbedürftigen Haus weitergehen soll, ist derzeit noch völlig unklar. Relativ schnell aber war man sich im Starnberger Stadtrat einig, zumindest die Außengastronomie des beliebten griechischen Lokals so schnell wie möglich wieder zu eröffnen.

Als langjährigen Stammgast und "Freundin des Hauses" bezeichnet sich beispielsweise Susanne Schad, die heilfroh ist, dass der Biergarten wieder öffnen darf. Und auch der Wirt Christos Lakopoulos hofft, dass es nun nach fast sechs Monaten Stillstand weitergeht. Schon vor zwei Jahren hatte er die großen Schirme gekauft, die seine Kundschaft vor Sonne und leichtem Regen schützen. Zudem können Gerichte bestellt und abgeholt werden. Der Eingangsbereich wurde verlegt, der Bauzaun mit Bambusmatten verkleidet. Das Lokal - geöffnet von 11.30 bis 22 Uhr - versprüht nun ein wenig den Charme einer griechischen Sommerbar.

Und auch für den benötigten WC-Bereich fand sich eine Zwischenlösung: Die benachbarte Arbeiterwohlfahrt stellt ihre Sanitäranlagen zur Verfügung, bis der von der Stadt bestellte Sanitärcontainer voraussichtlich in der kommenden Woche eintrifft. Irritierend bleiben einzig die im Eingangsbereich des Kellerlokals liegenden Sandsäcke als Schutz gegen Wasser. Wie es mit dem Bayerischen Hof - und somit auch mit der "Griechischen Taverna" - von Herbst an weitergeht, ist derzeit unklar. Der Stadtrat hat eine umfassende Untersuchung des Gebäudes beschlossen, ein Abriss ist nach derzeitigem Stand nicht angestrebt. Spannend bleibt die Frage, welche Folgen das Ergebnis für Familie Lakopoulos haben wird.

© SZ vom 10.06.2021
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