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Flüchtlingshelfer:Asylbewerber sollen arbeiten dürfen: Petition an Starnberger Landrat

Die Online-Kampagne der Tutzinger Flüchtlingshelfer unterstützen bereits 900 Bürger. Die Bedingungen für die Betreuung verschlechterten sich dramatisch.

Breite Unterstützung erfährt der Ökumenische Unterstützerkreis Tutzing für eine Kampagne, mit der er Landrat Karl Roth (CSU) und die Fachabteilungen im Landratsamt zu einer liberaleren Genehmigungspolitik für die Beschäftigung von Flüchtlingen bewegen will. Seine Online-Petition haben bis Montagnachmittag bereits 912 Unterstützer unterzeichnet. Ende Juli soll die Petition übergeben werden.

"Die Bedingungen für die Betreuung von Asylbewerbern im Landkreis Starnberg verschlechtern sich seit mehr als einem Jahr dramatisch", begründet der politische Arbeitskreis der ehrenamtlichen Helfer aus Tutzing seine Aktion. Starke Verbesserungen seien nötig, vor allem beim Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylbewerber, "wenn das Leben in unseren Unterkünften nicht ernsthafte Probleme für unsere Gemeinden und menschliches Leid für alle Betroffenen hervorrufen sollen", warnen die Initiatoren rund um Gaby Dannert, Georg Strasser und Claudia Steinke.

Unverständlich finden sie, dass die Genehmigungspolitik der Starnberger Ausländerbehörde nicht einmal der aktuellen bayerischen Politik entspreche. Es würden Anforderungen an die Identitätsklärung gestellt, die in der Praxis der Betriebe keinerlei Rolle spielten, keine Fristen zur Bearbeitung von Anträgen zugesagt, was Unternehmen abschrecke, und Sprachkenntnisse weit über den Bedarf der Arbeitgeber hinaus gefordert. Nach Angaben des Landratsamtes soll es der Normalfall bleiben, dass Geflüchtete ohne positiven Ausgang des Asylverfahrens nicht arbeiten dürften.

Die Online-Petition steht hier.

© SZ vom 14.05.2019 / manu

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