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Coronavirus:Starnberger Landratsamt lockert Maskenpflicht für Schüler

Gericht: Attest gegen Maskenpflicht an Schulen nur mit Diagnose

Nach den Herbstferien dürfen die Schüler die Masken in Kleingruppen ablegen.

(Foto: dpa)

Kinder dürfen den Schutz etwa in kleinen Gruppen und beim Sport im Freien ablegen, wenn sie Abstand halten. Der Landrat reagiert damit auch auf Proteste der Eltern.

Von David Costanzo

Landrat Stefan Frey (CSU), Bürgermeister und Schulleiter reagieren auf Kritik von Eltern und wollen Kindern und Jugendlichen im Unterricht mehr Luft verschaffen. Nach einer Corona-Krisensitzung am Donnerstagabend hat das Landratsamt eine Liste mit acht Hinweisen an die Schulen herausgegeben, die den Umgang mit der Maskenpflicht von der Grundschule bis zum Abijahrgang nach den Herbstferien präzisieren - und auch etwas lockern. So könnten Schüler auf einen Mund-Nasen-Schutz verzichten, wenn sie in Kleingruppen von höchstens fünf Personen zusammenkommen, die 1,50 Meter Abstand halten.

Die Lehrer sollen regelmäßig Pausen vorsehen, damit die Kinder die Masken mit Abstand zueinander am besten an der frischen Luft abnehmen und etwa Brotzeit machen können, heißt es in dem Papier. Derweil sollen die Klassenzimmer stoßgelüftet werden, am besten alle 45 Minuten für fünf Minuten. Die Fenster müssen nicht durchgehend geöffnet sein. Beim Sport im Freien besteht ebenfalls keine Maskenpflicht, wenn die Schüler den Abstand einhalten können. Sollte Sport in der Turnhalle unumgänglich sein, dann nur mit Maske, Abstand und weniger anstrengenden Disziplinen.

Die Hinweise gehen auch auf viele Zuschriften von Eltern zurück, sagt Landratsamtssprecherin Barbara Beck, und auf die Kritik, die bei Demonstrationen vor der Kreisbehörde deutlich wurde. Etwa zwei Dutzend Eltern hatten vergangene Woche geklagt, dass die Schulen die Pflicht unterschiedlich streng auslegten, dass manche Schüler unter dem Mund-Nasen-Schutz litten, dass diese sich nicht einmal trauten, ihn zum Essen abzunehmen. Landrat Frey hatte versprochen, "berechtigte" Sorgen mit den Schulleitern zu besprechen - ohne jedoch am Grundsatz der Maskenpflicht zu rütteln.

Nun heißt es in dem Papier: "Die Lehrer sollen angehalten werden, mehr auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen." Sie sollen Schüler ermuntern, sich bei Unwohlsein zu melden. Klargestellt wird auch: Kinder mit Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen oder Fieber brauchen zwar weiterhin einen negativen Corona-Test oder ein ärztliches Attest, um am Unterricht teilnehmen zu können. Wenn die Symptome aber abgeklungen sind, dürfen sie ohne Bestätigung zurück in die Schule. Die übrigen Punkte betreffen die Organisation des Schulalltags - etwa mit so wenig wie möglich klassenübergreifendem Unterricht und wenn, dann in nach Klassen getrennten Blöcken mit FFP2-Masken, die mehr Schutz bieten. Im Fall einer Infektion müsste dann nur der jeweilige Block in Quarantäne.

In der Isolierung befindet sich seit Donnerstag eine Gruppe des Irmgard-Stadler-Kindergartens in Starnberg, nachdem eine Mitarbeiterin positiv getestet wurde, wie die Stadtverwaltung berichtet. Ebenfalls in Quarantäne befindet sich die Flüchtlingsunterkunft in Gauting, nachdem ein Kind einer Familie erkrankt ist. Die übrigen 60 Bewohner sollten laut Landratsamt am Freitag getestet werden.

Am Freitag wurden 23 neue Infektionen in fast allen Gemeinden des Landkreises registriert - allein sieben in Gauting und je drei in Herrsching sowie Starnberg. Die Zahl der Infizierten steigt insgesamt auf 1144, von denen 975 als genesen gelten. In Quarantäne befinden sich nun 998 Menschen im Landkreis. Die leicht gesunkene Sieben-Tage-Inzidenz von 83,41 dürfte am Samstag wegen der vielen Fälle gegen 90 steigen.

© SZ vom 31.10.2020
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