Baustelle:Wenn die Ausflügler kommen, drohen Staus am Ammersee

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In Herrsching wird die Staatsstraße aufgerissen, um Leitungen für das geplante Gymnasium zu verlegen - für vier Monate.

Von Peter Haacke

Der Standort dürfte weiterhin umstritten sein, doch die Planungen zum Bau des Herrschinger Gymnasiums sind längst abgeschlossen. Nun geht es an die Infrastruktur und Betroffene werden sich in den Folgemonaten zuweilen in Geduld üben müssen: Voraussichtlich von Mitte Juni bis Mitte Oktober wird an der Mühlfelder Straße gebaut, was nicht ohne Folgen für den Verkehrsfluss im Ort bleiben wird. Geplant sind eine neue Kanaltrasse und Trinkwasserleitungen, hinzu kommen Gehwege, eine neue Fahrbahn und Straßenbeleuchtung.

Insbesondere Autofahrer auf der Staatsstraße 2067 müssen von diesem Zeitpunkt an "mit unvermeidlichen Einschränkungen" rechnen, teilt das Landratsamt mit. Details werden noch geklärt: Was wann gebaut wird, wie sich das auf die Verkehrsführung für Autos, Fußgänger und Radfahrer auswirkt, wird ausgetüftelt. Doch die vier Projektpartner - Landratsamt Starnberg, Gemeinde Herrsching, Staatliches Bauamt Weilheim und Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) - informieren die Öffentlichkeit schon jetzt, etwa zwei Monate vor Baubeginn, über das Vorhaben.

Baustelle: Vier Beteiligte, ein großes Projekt (v. li.): Herrschings Bürgermeister Christian Schiller, Vize-Landrat Matthias Vilsmayer, AWA-Vorstand Maximilian Bleimaier und Silke Schweigler vom Staatlichen Bauamt Weilheim informieren schon jetzt über die Erneuerung der Herrschinger Ortsdurchfahrt.

Vier Beteiligte, ein großes Projekt (v. li.): Herrschings Bürgermeister Christian Schiller, Vize-Landrat Matthias Vilsmayer, AWA-Vorstand Maximilian Bleimaier und Silke Schweigler vom Staatlichen Bauamt Weilheim informieren schon jetzt über die Erneuerung der Herrschinger Ortsdurchfahrt.

(Foto: Landratsamt)

Abgesehen vom eigentlichen Bau des Schulgebäudes sind "weitreichende infrastrukturelle Anpassungen" notwendig, erklärt Vize-Landrat Matthias Vilsmayer. Insbesondere die Erarbeitung der Verkehrsphasen habe für alle Projektpartner große Bedeutung, "damit alle Verkehrsteilnehmer sicher an den Baufeldern vorbeigeführt werden". Neben einer innerörtlich angepassten Verkehrsführung soll durch großräumige Umleitungsbeschilderung versucht werden, reinen Durchgangsverkehr um Herrsching herum zu leiten und dadurch die Belastungen zu minimieren.

Wie sich die Bauarbeiten konkret auf das innerörtliche Verkehrsgeschehen und den südlichen Ortsteil der Ammersee-Gemeinde auswirken werden, ist derzeit noch nicht absehbar. Gleichwohl müssen Verkehrsteilnehmer aus Richtung Andechs und Weilheim - zumindest zeitweise - während der etwa viermonatigen Bauzeit im Bereich zwischen Verkehrskreisel am Mühlfeld und Seestraße mit Zeitverlusten rechnen. "Bei Sommerwetter kann es trotzdem - insbesondere während der Pandemie - zu Stauungen kommen", skizziert Silke Schweigler, Abteilungsleiterin Straßenbau für den Landkreis Starnberg am Staatlichen Bauamt, die anspruchsvolle Verkehrssituation während der Bauzeit. "Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner deshalb heute schon um Verständnis." Angestrebt ist eine durchgängige Befahrbarkeit der Staatsstraße.

Baustelle: Etappenweise wird die Staatsstraße 2067 im Bereich vom Kreisverkehr am Mühlfeld bis zur Seestraße saniert. Neben neuen Kanal- und Wasserleitungen entstehen auch neue Gehwege mit Straßenbeleuchtung. Grafik: Landratsamt Starnberg

Etappenweise wird die Staatsstraße 2067 im Bereich vom Kreisverkehr am Mühlfeld bis zur Seestraße saniert. Neben neuen Kanal- und Wasserleitungen entstehen auch neue Gehwege mit Straßenbeleuchtung. Grafik: Landratsamt Starnberg

Um Herrschings Bürger sowie betroffene Verkehrsteilnehmer über den baulichen und verkehrlichen Ablauf bestmöglich zu informieren, haben die Verantwortlichen ein umfangreiches Infopaket geschnürt. "Das erste Gemeinschaftsbanner hängt bereits an mehreren Stellen in unserer Gemeinde; ein zweites wird folgen", teilt dazu Herrschings Bürgermeister Christian Schiller mit. Derzeit werde ein spezieller Projektflyer entwickelt, der die jeweiligen Bauabschnitte in zeitlicher Gliederung anschaulich darstellt. Zudem hat die Gemeindeverwaltung unter der Adresse ortsdurchfahrt@herrsching.de eine E-Mail-Adresse zum Projekt eingerichtet, die bereits genutzt werden kann. "Wir freuen uns auf Fragen aus der Bevölkerung", sagt Schiller.

Dass man durch Öffentlichkeitsarbeit für Baumaßnahmen grundsätzlich ein besseres Verständnis bei der Bevölkerung erzielt, weiß man beim Staatlichen Bauamt schon lange. Die jeweiligen Verkehrsphasen sollen daher grafisch aufbereitet und in Presse und Internet veröffentlicht werden. Zählt man die Teilstrecken der jeweiligen Bauabschnitte zusammen, so ergeben sich knapp tausend Meter Gesamtlänge. Allein für den Straßenbau sind rund drei Millionen Euro veranschlagt. "Wir freuen uns, durch die gemeinsamen Rohrleitungs- und Straßenbauarbeiten Synergieeffekte zu nutzen. Hierdurch profitieren neben den Projektpartnern vor allem die betroffenen Bürger", sagt AWA-Vorstand Maximilian Bleimaier. Die Integration des Kooperationsprojektes auf den Internetseiten der Partner hat bereits begonnen und soll durch aktuelle Infos und Medien fortlaufend ergänzt werden.

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