Corona-Inzidenz:Starnberg ist drittletzter. Hurra!

Corona-Inzidenz: An der Herrschinger Uferpromenade herrscht Alkoholverbot.

An der Herrschinger Uferpromenade herrscht Alkoholverbot.

(Foto: Arlet Ulfers)

Im Landkreis fallen derzeit Ostern, Pfingsten und Weihnachten zusammen. Dabei geht es in der Rangliste ausnahmsweise mal nicht ums Geld oder Immobilienpreise.

Glosse von Astrid Becker

Einer dürfte in diesen Tagen mit ganz besonders fröhlichem Lächeln im Gesicht durch die Starnberger Kreisbehörde rennen: Landrat Stefan Frey. Ein Wunder wäre dies zumindest nicht, denn Frey hatte dieses Jahr noch nicht besonders viel zu lachen. Genauer gesagt: Eigentlich nichts seit Beginn seiner Amtszeit. Corona-Allgemeinverfügungen zu erlassen, Mitarbeiter rund um die Uhr zu beschäftigen - lustig ist anders. Und dann das ganze Impfdrama in diesem Landkreis. Allein die vielen über 80-Jährigen, die sich laufend und zuweilen nicht zu Unrecht beschwerten, noch immer nicht an die Reihe gekommen zu sein, und die Frey auch mal persönlich dafür verantwortlich machten.

Unermüdlich hat er all ihre Schreiben beantwortet und gleichzeitig unermüdlich bei der Regierung eine andere Verteilung der Impfdosen - nicht nach Einwohnern, sondern nach Struktur - eingefordert. Manchmal dürfte er der Verzweiflung nahe gewesen sein, weil er hier wie dort lange Zeit auf wenig Verständnis gestoßen ist. Und dann fielen für ihn plötzlich Ostern, Pfingsten und Weihnachten zusammen: In Form von Zigtausenden Impfdosen, die plötzlich an den Landkreis geliefert wurden. Beim Sonderimpftag wurden mehr Menschen gespritzt als gedacht, knapp 2000 in zehn Stunden. Allein schon deshalb dürfte Frey derzeit aus allen Poren strahlen.

Und wenn sein Blick dann noch auf das Covid-Dashboard des Robert-Koch-Instituts fällt, könnte das Grinsen eigentlich sogar noch ein bisschen breiter werden. Denn das weist Starnberg fast als Schlusslicht in ganz Bayern aus - diesmal allerdings im positiven Sinne. Geht es allein um die Sieben-Tage-Inzidenz, liegen am Mittwochmorgen nur zwei bayerische Landkreise noch niedriger als Starnberg: Miltenberg mit 76,1 und Tirschenreuth mit 94,4. In Starnberg sind es 95,1. Das ist doch ein Grund zur Freude - auch wenn diese Herrlichkeit nur bis zum Nachmittag währen könnte. Dann kommen die neuen Infektionszahlen raus. Aber Menschen brauchen gerade in Zeiten wie diesen auch mal gute Nachrichten. Auch Landrat Stefan Frey.

© SZ vom 14.04.2021
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