Nach Signa-Pleite:Sport-Scheck muss Laden in der Münchner Innenstadt schließen

Nach Signa-Pleite: Die Sport-Scheck-Filiale in der Fußgängerzone muss schließen.

Die Sport-Scheck-Filiale in der Fußgängerzone muss schließen.

(Foto: Robert Haas)

Die Verhandlungen mit dem bisherigen Vermieter in der Fußgängerzone sind gescheitert. Nun sucht der traditionsreiche Sportartikelhändler nach einem neuen Standort. 120 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen.

Von Michael Kläsgen

Sport-Scheck muss nach einem neuen Standort in der Münchner Innenstadt suchen. Mit dem bisherigen Vermieter des etwa 10 000 Quadratmeter großen Flagship-Stores in der Fußgängerzone gegenüber der Alten Akademie konnte keine Einigung erzielt werden. Die Verhandlungen mit der Bayerischen Hausbau seien gescheitert, teilte das Unternehmen am Freitag mit. "Der Eigentümer der Immobilie in der Neuhauser Straße leistet keinen Beitrag zur Sanierung des traditionsreichen Münchner Sporthändlers im Rahmen der Insolvenz", heißt es in der Mitteilung.

Die Beschäftigten seien am Freitag über das Scheitern der Gespräche informiert worden. Betroffen sind nach Informationen der SZ 120 Mitarbeiter. Wann der Laden genau schließen muss, wurde nicht mitgeteilt. Eine Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters von Sport-Scheck bestätigte die Informationen.

Sport-Scheck hatte Ende November 2023 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die bisherige Eigentümerin, die österreichische Signa Holding des Unternehmers René Benko, hatte kurz zuvor selber einen Insolvenzantrag gestellt.

Laut Textilwirtschaft gab es bis zuletzt weiter Streit über die Höhe der Mieten sowie die Sonderkündigungsrechte des Mieters im Falle der Insolvenz. Noch 2022 hatte eine Pressemitteilung Spekulationen über eine mögliche Schließung ein Ende gesetzt. Vonseiten der Bayerischen Hausbau wurde im April 2022 erklärt: "Deutschlands größtes innerstädtisches Sporthaus und zugleich größte Sportscheck-Filiale sichert sich langfristig die attraktiven Räumlichkeiten im Münchner Joseph Pschorr Haus." In Immobilienkreisen heißt es, damit sei eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren gemeint gewesen. Nun wird das Vertragsverhältnis beendet. 2013 war Sport-Scheck in das Haus eingezogen und zahlte nach Medienberichten dort mutmaßlich mit die höchste Ladenmiete Deutschlands.

Nun teilte die Bayerische Hausbau am Freitag mit: "Mit großem Bedauern musste festgestellt werden, dass keine ausreichende Grundlage für die Fortführung des Mietverhältnisses besteht." Das Unternehmen bedauere die schwierige Situation bei Sport-Scheck sehr und hoffe, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragfähige Lösungen gefunden werden.

Sport-Scheck betonte seinerseits, der Standort München stehe "nicht zur Disposition". Das Unternehmen sei intensiv auf der Suche nach potenziellen neuen Verkaufsflächen in der Münchner Innenstadt. In den laufenden Gesprächen mit möglichen Investoren werde das Vorhaben unterstützt. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Axel Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen gibt es weiterhin zahlreiche Interessenten, darunter Händler und Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland. Sport-Scheck hat bundesweit 34 Filialen und einen Jahresumsatz von rund 350 Millionen Euro.

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