Fünf für München:Erfolgreicher Kampf, mühsamer Kampf

Lesezeit: 3 min

Fünf für München: Darf sich als Fitnesstrainerin weiter "Sia" nennen: Schugufa Issar Amerchel in ihrem Studio in Bogenhausen.

Darf sich als Fitnesstrainerin weiter "Sia" nennen: Schugufa Issar Amerchel in ihrem Studio in Bogenhausen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Fitnesstrainerin Schugufa Issar Amerchel darf sich weiter "Sia" nennen, wie die australische Musikerin, und der Student Jonas Gruber setzt sich gegen Armut in Afrika ein - die Münchnerinnen und Münchner der Woche.

Von Sabine Buchwald, Sonja Niesmann und Martina Scherf, München

Namensrecht

Drei Buchstaben haben großen Ärger ausgelöst. Die Münchner Fitness-Trainerin Schugufa Issar Amerchel, kurz SIA, hatte eine eigene App entwickelt, und man riet ihr, ihren Markennamen patentieren zu lassen, auch für die EU und die USA. Ein paar Monate später kam eine Klage der australischen Sängerin Sia ins Haus. Sie wollte der Trainerin verbieten lassen, das Namenskürzel "SIA" weiterhin zu nutzen. Aber da hatte sie die Rechnung ohne die Münchnerin gemacht. "Ich muss zugeben, ich kannte Sia und ihre Musik gar nicht", sagt Sia aus München. "Dann wurde mir klar, dass sie ein echter Star ist." Ihre Hits wie "Titanium" werden millionenfach geklickt. Davon ließ sich Schugufa Issar Amerchel, 33, aber nicht beeindrucken. "Ich habe mir einen Namen gemacht und viel Geld in meine Selbständigkeit, meine Webseite und meine App investiert", betont sie. Issar Amerchel kommt ursprünglich aus Afghanistan. 2017 machte sie sich selbständig - als erste afghanische Fitness-Trainerin in München. Den Lockdown hat die gelernte Bankkauffrau überstanden, weil sie Online-Kurse gibt und einen festen Kreis an Stammkunden hat. Der monatelange Streit zwischen den Anwälten endete schließlich mit einem Vergleich: Sia, die Sängerin, darf ihren Namen nur in Verbindung mit Musik nutzen, auch in der Schweiz, wo er bisher nicht geschützt war. Sia, die Trainerin, nennt sich nur im Sport so, das aber auch in der EU und den USA. "Jetzt kenne ich die Songs von Sia - sie ist eine wirklich tolle Sängerin. Vielleicht besuche ich mal ein Konzert von ihr und stehe dann in der ersten Reihe", sagt die Münchnerin.

Grün-Kunst

Fünf für München: Zieht auch seltene Gemüsesorten auf dem Dachgarten der "Färberei" an der Claude-Lorrain-Straße: Elisabeth Forster.

Zieht auch seltene Gemüsesorten auf dem Dachgarten der "Färberei" an der Claude-Lorrain-Straße: Elisabeth Forster.

(Foto: Robert Haas)

Elisabeth Forster bringt den Dachgarten der Jugendkultureinrichtung "Färberei" in Giesing zum Blühen und sie hat bei Kunst im Quadrat auf der Theresienwiese Besucher mit Gartenworkshops begeistert. Vom 1. bis 3. April gestalten Forster und die in Düsseldorf lebende Komponistin Miki Yui mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern im Köşk, Schrenkstraße 8 im Westend, das Festival Frühlingserwachen. Das Programm rund um Umwelt und nachhaltiges Leben, zu finden auf www.koesk-muenchen.de, umfasst Workshops, eine Vogelwanderung, Filmvorführungen und Konzerte.

Game-Event

Die Kamerafrau Sidonie Greipel, 21, der Schauspieler Kay Dafler, 20, und der 3D-Künstler Connor Zimmermann, 26, haben die Jugendleitung des "Games-Festival" übernommen. Es findet vom 28. April bis 1. Mai überwiegend in München, in Nürnberg und virtuell mit Veranstaltungen in verschiedensten Formaten statt. Bis 3. April können Exposés, fertige Spiele und Videos, egal ob für PC, Konsole oder Smartphone, für den Games-Preis eingereicht werden. Teilnehmen dürfen Jugendliche von zehn bis 26 Jahren, die in Bayern wohnen. Er engagiere sich für das Festival, sagt Zimmermann, selbst zweifacher Games-Preis-Gewinner, um zu zeigen, dass jeder mit nur wenig Einarbeitung Ideen umsetzen könne. Das Festival ist das erste durchgehend partizipative Event der Branche, so die Initiatoren - das Medienzentrum München und das Pathos Transport-Theater im Kreativquartier. Dort finden Ausstellungen, Turniere und Diskussionen statt. Am 30. April werden die mit 500 Euro dotierten Preise verliehen. www.gamesfestival.de.

Anti-Armuts-Aktivist

Fünf für München: Will Armut bekämpfen: "One"-Jugendbotschafter Jonas Gruber.

Will Armut bekämpfen: "One"-Jugendbotschafter Jonas Gruber.

(Foto: privat)

Dem Kampf gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten, insbesondere in Afrika, hat sich "One" verschrieben. Das bedeutet, sehr dicke Bretter zu bohren, das ist Jonas Gruber klar: "Aber man muss ja irgendwo anfangen, und sei es nur, den Bohrer zu holen", sagt der 21-jährige Münchner, einer von rund 60 deutschen Jugendbotschaftern der internationalen Nichtregierungsorganisation One.

Schon als Schüler habe er sich in der SMV, der Schülermitverantwortung, engagiert, erzählt Gruber, hat Aktionen zu Rassismus, Geschenkkartons für arme Kinder, Lesungen gemeinsam mit Unicef mitorganisiert. Das Engagement endete, als er sein Film- und Fernseh-Studium an der Macromedia-Hochschule in München aufnahm - er stellte jedoch bald fest, dass er etwas vermisst und bewarb sich bei "One".

Im März hat der Student an einem dreitägigen Treffen der Organisation in Berlin teilgenommen, das die Jugendbotschafter fit machen sollte für ihr entwicklungspolitisches Engagement, bei Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern, bei Interviews mit der Presse und bei kreativer Kampagnenarbeit. Zur Übung hat Gruber in Berlin mit der FDP-Bundestagsabgeordneten Katja Adler, 47, diskutiert, um für mehr Einsatz bei der Bekämpfung extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten zu werben. Großes Herzklopfen habe er dabei nicht gehabt, sagt er, weil er zu Schulzeiten schon einmal zu einer Diskussion im Rathaus eingeladen war, "das hat mir Spaß gemacht". Und richtig gut gefallen würde ihm, wenn er später seinen Einsatz gegen Armut mit seiner Arbeit kombinieren könnte: "Filme machen, die einen Weg aufzeigen."

München-Vertreter

Fünf für München: Liest aus "Heimatgold": der Schauspieler, Regisseur, Autor, Musiker, Filmemacher und Produzent Andreas Lechner.

Liest aus "Heimatgold": der Schauspieler, Regisseur, Autor, Musiker, Filmemacher und Produzent Andreas Lechner.

(Foto: Florian Peljak)

Andreas Lechner, 62, vertritt seine Heimatstadt München auf den Bayerischen Buchtagen in Berlin. Dort wird der Autor, Musiker und Filmemacher bei der Auftaktveranstaltung am 31. März in der Bayerischen Vertretung aus seinem Roman "Heimatgold" lesen. In "Heimatgold" (Volk Verlag) erzählt Lechner das Leben des bayerischen Gewichthebers und Olympiasiegers Sepp Straßberger und ein Stück deutscher Geschichte: von der Gesellschaft um 1900, von den zwei Weltkriegen - bis zur Zeit des Wiederaufbaus in München. Die Bayerischen Buchtage finden erstmals statt und laufen bis zum 21. Mai.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB