Müll München braucht die gelbe Tonne

Gut wäre es, wenn der Müll gar nicht erst entsteht, bis dahin hilft: Recyceln.

(Foto: Jan A. Staiger)

In der Stadt wird viel weniger Plastikmüll eingesammelt als anderswo. Dabei ist Recycling ein wirksamer Beitrag zum Umweltschutz.

Kommentar von Pia Ratzesberger

Es gibt nicht viele Probleme, denen man in der ganzen Welt die gleiche Bedeutung beimisst. Der Hunger wäre eines, auch die Armut, beim Klimawandel sieht es leider schon wieder anders aus - doch nun hat die Welt einen neuen, gemeinsamen Feind erkannt. Es ist der Plastikmüll. Die Vereinten Nationen haben ihm wortwörtlich den Krieg erklärt, die Europäische Kommission letztendlich auch und man muss nur einmal durch die Stadt gehen, um zu verstehen, dass der Kampf nicht nur in der internationalen Politik stattfindet. Sondern auch im Laden um die Ecke, wo ein Schild daraufhin weist, dass an der Kasse von nun an keine Plastiktüten mehr liegen.

Das Plastik bekommt so viel Aufmerksamkeit wie noch nie, und es ist gut, dass sich dadurch immer mehr Menschen damit auseinandersetzen, was sie kaufen. Denn am besten ist es, wenn Müll erst gar nicht entsteht. Doch genauso wichtig ist es, dass mehr altes Plastik wieder zu neuem Plastik wird. Die meisten Kunststoffe werden in Deutschland noch immer verbrannt, auch in München, und das muss sich ändern.

Vieles entscheidet sich nicht in den Kommunen, die Industrie zum Beispiel muss nachhaltigere Verpackungen herstellen, und in den Recyclinganlagen braucht es bessere Technik. Doch in München ist das Problem, dass viel weniger Verpackungen eingesammelt werden als in anderen Städten - und dagegen könnte man durchaus etwas tun. Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt sind auch selbst dafür verantwortlich, sie müssen sich disziplinieren, ihre Verpackungen aus Plastik nicht in den Restmüll zu werfen.

Die Stadt wiederum sollte ihnen das so einfach wie möglich machen. Werden die Verpackungen an einem Container gesammelt, der nicht vor der Haustüre steht, ist es klar, dass viele den bequemeren Weg wählen. Nämlich den zur eigenen, schwarzen Mülltonne. Viel besser wäre es, für die Verpackungen aus Plastik daneben eine gelbe Tonne aufzustellen - wozu die Stadt bislang nicht bereit ist.

Denn es wird lange dauern, bis sich bessere Verpackungen durchgesetzt haben, bis die Technik in den Recyclinganlagen eine bessere ist. Bis dahin sollten dort so viele Verpackungen ankommen wie möglich. Es wäre ein kleiner, aber wirksamer Beitrag in der weltweiten Debatte über Plastikmüll.

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