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Oktoberfest:Wiesn-Anwohner bauen Zaun um ihr Haus

Die Bewohner eines Gebäudes am Kaiser-Ludwig-Platz versuchen so, Wildpinkler und andere Störer abzuhalten.

Von Birgit Lotze

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Quelle: Stephan Rumpf

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Für Anwohner ist das Oktoberfest weit weniger lustig als für Besucher. Die Nachbarn müssen in dieser Zeit nicht nur mit mühsamer Parkplatzsuche leben, sondern auch mit den Hinterlassenschaften der Wiesn-Besucher in ihren Vorgärten und Eingängen. Jetzt haben die Mieter und Wohnungseigentümer eines Hauses am Kaiser-Ludwig-Platz, rund 50 Meter vom Festgelände entfernt, einen mehr als hundert Meter langen Bauzaun aufgebaut - um das gesamte Gebäude herum.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Er trennt die Wiesnbesucher von ihrem Haus, Garten und Hof. Zudem versuchen die Bewohner, auf Plakaten und Schildern den vorbeikommenden Wiesnbesuchern "Denkanregungen" zu geben, wie Mit-Initiator Martin Ruckert sagt, der auch für die CSU im Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt sitzt. Man wolle sichtbar machen, was der gewöhnliche Tages-Wiesn-Besucher so nicht wahrnimmt, weil die meisten Auswüchse eben erst in den späten Abendstunden aufträten.

Eingezäuntes Haus am Kaiser-Ludwig-Platz zur Oktoberfestzeit in München, 2017

Quelle: Stephan Rumpf

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Eine Hausbewohnerin hat sich um diese Illustration gekümmert, mit der Waffen, Sex und Geschrei im Garten verboten werden. Offenbar zeigt der Zaun Wirkung. Nachts sei es jetzt wesentlich ruhiger, erzählt Martin Ruckert. Insbesondere würden die Wiesn-Besucher jetzt nicht mehr stracks in Richtung Hof laufen, obwohl das Tor weiterhin offen sei. Dass sich spät abends plötzlich ein aufgeschreckter Betrunkener aus dem Gebüsch erhebe - in diesem Jahr habe er das noch nicht erlebt.

Eingezäuntes Haus am Kaiser-Ludwig-Platz zur Oktoberfestzeit in München, 2017

Quelle: Stephan Rumpf

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Außer "Unser Vorgarten ist keine Liegewiese" lesen Passanten, dass das Umfeld des Oktoberfestes stark Verkehrsstaus, Lärm und Dreck ausgesetzt sei. Und: "Hier ist keine Mülldeponie."

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Quelle: Stephan Rumpf

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Von der Stadt fühlen sich die Wiesn-Anlieger im Stich gelassen. Dort vertrete man offenbar die Meinung, die Anwohner seien schließlich freiwillig dorthin gezogen, sie hätten gewusst, was auf sie zukommt, sagt Martin Ruckert. Er fordert ein besseres Verkehrskonzept. Vor einigen Jahren sei der abgesperrte Bereich um jeweils einen Block vergrößert, aber die Verkehrsführung nicht angepasst worden. Außerdem müsse "Wildbieseln" stärker geahndet werden. Derzeit werde es während der Wiesn oft toleriert, wenn Menschen im öffentlichen Raum urinieren.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Optisch ist der Bauzaun keine Bereicherung, und nicht jeder im Haus war begeistert davon, sich zu verbarrikadieren. Einige wollten nicht zwei Wochen hinter einem Bauzaun leben. Andere thematisierten die Haftungsrisiken, falls sich jemand verletze, der den Zaun zu überwinden versuche. Bislang ist letzteres nicht eingetreten. Aber die Befürworter setzten sich durch - und sie fühlen sich bestätigt.

© SZ.de/ebri/sekr

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