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Nach der Landtagswahl:22 Münchner ziehen in den Landtag ein

Neun Stimmkreise gibt es in München und damit neun Kandidaten, die direkt über ins Parlament gewählt werden. Die anderen neuen Abgeordneten haben es über die Liste geschafft. Ein Überblick.

Von Thomas Anlauf, Heiner Effern und Dominik Hutter

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Grüne: Katharina Schulze

Nach der Landtagswahl in Bayern - Grüne

Quelle: dpa

Die Spitzenkandidatin der Grünen hat in Milbertshofen 34,9 Prozent der Erststimmen geholt - und nicht nur ihre CSU-Konkurrentin Tina Pickert, sondern auch Ruth Waldmann (SPD) als Siegerin der letzten Wahl weit hinter sich gelassen. Die 33-Jährige sitzt seit 2013 im Landtag und ist seit 2016 Fraktionschefin. In München ist sie als einstige Stadtvorsitzende der Grünen sowie als Aktivistin gegen die dritte Startbahn und gegen die Olympia-Bewerbung bekannt.

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Grüne: Ludwig Hartmann

Nach der Landtagswahl in Bayern - Grüne

Quelle: dpa

Das Ergebnis für den 40-Jährigen, der neben Katharina Schulze als Spitzenkandidat seiner Partei antrat, ist mit 44,0 Prozent in München-Mitte landesweiter Grünen-Rekord. Hartmann hat damit in etwa so viele Erststimmen-Prozente errungen wie die Kandidaten von CSU, SPD, FDP und Linken zusammengerechnet. Der gebürtige Landsberger ist seit 2008 Mitglied des Landtags und seit 2013 Fraktionschef. Hartmann wurde durch seine NOlympia-Kampagne bekannt.

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Grüne: Gülseren Demirel

Gülseren Demirel von den Grünen am Grünspitz, Tegernseer Landstraße, Ecke Martin Luther Straße. Kanditatin für den Stimmkreis Giesing.

Quelle: Florian Peljak

Den Münchnern ist Gülseren Demirel bislang vor allem aus dem Stadtrat bekannt. Seit 2008 ist die 54-jährige Sozialpädagogin im Münchner Rathaus engagiert, von 2012 bis Juni 2018 war sie Fraktionsvorsitzende der Grünen. Demirel holte im Stimmkreis Giesing 30,9 Prozent der Erststimmen und schlug damit den Sieger von 2013, Andreas Lorenz (CSU), mit gut acht Prozentpunkten Abstand. Ihr Fokus lag bisher vor allem auf Sozial-, Jugend- und Migrationspolitik.

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Grüne: Benjamin Adjei

Benjamin Adjei in München, 2018

Quelle: Robert Haas

Der 28-jährige Taufkirchner ist der jüngste Direktkandidat Münchens. Er gewann äußerst knapp mit 26,2 Prozent der Erststimmen im Stimmkreis München-Moosach gegen die CSU-Landtagsabgeordnete Mechthilde Wittmann. Benjamin Adjei, aufgewachsen am Schliersee und in Holzkirchen, ist IT-Spezialist und bei einem Consulting-Unternehmen angestellt. In den vergangenen Jahren hat er sich bei den Grünen einen Namen als Verkehrsexperte gemacht.

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Grüne: Christian Hierneis

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Quelle: Catherina Hess

Der Münchner Kreisvorsitzende im Bund Naturschutz kennt das Maximilianeum schon länger - er ist für die Grünen im Landtag Fachreferent in Naturschutzfragen. In Schwabing trat der 54-jährige Umweltschützer erfolgreich gegen Ludwig Spaenle (CSU), Isabell Zacharias (SPD) und Wolfgang Heubisch (FDP) an und bekam 34,3 Prozent der Erststimmen. Hierneis setzt sich dafür ein, die raren Grünflächen in München zu schützen und die Flächenversiegelung auf dem Land zu bremsen.

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Grüne: Hep Monatzeder

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Quelle: Robert Haas

Das Direktmandat in Pasing konnte der 67-jährige Grünen-Politiker nicht holen, aber über die Liste hat es der frühere Bürgermeister Münchens dann doch noch geschafft. Der gebürtige Niederbayer sitzt seit 1990 im Stadtrat, zur Zeit der rot-grünen Koalition amtierte er von 1996 bis 2014 als Dritter Bürgermeister. Monatzeder ist vor allem durch seine Aktivitäten für den Radverkehr bekannt, er wurde "Radlbürgermeister" genannt. 2002 und 2008 war er OB-Kandidat.

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Grüne: Florian Siekmann

Florian Siekmann im Landtagswahlkampf in München, 2018

Quelle: Robert Haas

Dass es der 23-jährige Student tatsächlich in den Landtag schafft, hätte Florian Siekmann vor einigen Monaten wohl selbst nicht geglaubt. Der gebürtige Koblenzer ist erst seit 2015 Mitglied der Grünen und in München als Politiker gänzlich unbekannt. Erst im März hat er seinen Bachelor in Chemie gemacht. In den Landtag zieht er über die Liste ein, nach einem Achtungserfolg im Stimmbezirk: In Hadern lag er nur 2,7 Prozentpunkte hinter Digitalminister Georg Eisenreich (CSU).

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Grüne: Susanne Kurz

Susanne Kurz in München, 2018

Quelle: Florian Peljak

Die Kamerafrau und Filmemacherin Susanne Kurz, 43, kandidierte für die Grünen in Ramersdorf. Dort überholte sie als Zweite hinter CSU-Generalsekretär Markus Blume immerhin den langjährigen SPD-Fraktionschef Markus Rindespacher. Die Mutter von vier Kindern zog es bereits zweimal ins Ausland: Einem Aufenthalt in Amsterdam zur Jahrtausendwende folgten vier Jahre in Melbourne (2002 bis 2006). Nun will sie im Landtag die Bedürfnisse von Stadt und Land zusammenbringen.

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CSU: Georg Eisenreich

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Quelle: Stephan Rumpf

Der 47-Jährige ist Staatsminister für Digitales, Medien und Europa sowie stellvertretender Bezirkschef der Münchner CSU - ein politisches Schwergewicht also. Der Jurist war von Mai 2002 bis Oktober 2003 Stadtrat in München und wechselte dann in den Landtag. Eisenreich war einst bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion und von 2013 bis März 2018 Staatssekretär im Kultusministerium. Der Vater dreier Kinder errang mit 29,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandat in Hadern.

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CSU: Markus Blume

Jens Spahn und Markus Blume bei einem Wahlkampftermin in München, 2018

Quelle: Stephan Rumpf

30,7 Prozent der Wähler in Ramersdorf entschieden sich für den 43-Jährigen, der seit März diesen Jahres Generalsekretär der CSU ist. Mit 6,9 Prozentpunkten Abstand zur Zweitplatzierten Susanne Kurz (Grüne) verfügt er über das komfortabelste Polster der Münchner CSU-Kandidaten. Der Politikwissenschaftler, einst deutscher Juniorenmeister im Eistanzen, wurde erstmals 2008 ins Maximilianeum gewählt, er ist medienpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion und Mitglied im Fraktionsvorstand.

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CSU: Josef Schmid

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Quelle: Stephan Rumpf

Der 49-jährige Rechtsanwalt hat sich seit 2002 eine kommunalpolitische Karriere aufgebaut. Damals zog er in den Stadtrat ein, wurde 2007 Fraktionsvorsitzender der CSU. 2008 und 2014 war er OB-Kandidat seiner Partei, mit Bildung des schwarz-roten Rathausbündnisses nach der Kommunalwahl 2014 wurde er zweiter Bürgermeister und in Personalunion städtischer Wirtschaftsreferent. Schmid hat mit 31,7 Prozent der Erststimmen das Direktmandat in Pasing gewonnen.

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CSU: Robert Brannekämper

Robert Brannekämper, CSU-Kandidat für die Landtagswahl in München, 2018

Quelle: Alessandra Schellnegger

Mit 29,4 Prozent der Erststimmen hat der 53-jährige Architekt und Bauunternehmer nunmehr zum zweiten Mal das Direktmandat im Stimmkreis Bogenhausen geholt. Brannekämper war zwischen 1996 und 2013 Stadtrat. Im Landtag ist er seit 2013, zu seinen Themen zählen die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst, die Sanierung des Deutschen Museums und die Standortsuche für einen neuen Konzertsaal. Brannekämper ist Mitglied im Kommando der Freiwilligen Feuerwehr.

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SPD: Florian von Brunn

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Quelle: Stephan Rumpf

Der 49 Jahre alte Familienvater aus dem Stimmkreis Giesing studierte Geschichte und Volkswirtschaft in Oxford und München. Er zog 2013 erstmals über die Liste der SPD in den Landtag ein. Dort machte er sich schnell einen Namen in Umweltfragen und im Verbraucherschutz. Er gilt als ehrgeizig und zögert nicht, sich um wichtige Ämter zu bewerben: Bei der Wahl um den Chefposten der Bayern-SPD unterlag er noch Natascha Kohnen, nun will er Fraktionschef im Maximilianeum werden.

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SPD: Markus Rinderspacher

Markus Rinderspacher

Quelle: Sven Hoppe/dpa

Das Direktmandat in Ramersdorf hat der 49-jährige einstige Fernsehjournalist auch diesmal nicht holen können, mit 14,6 Prozent reichte es nur für Platz drei. Der in Kaiserslautern geborene Rinderspacher ist seit 2008 Landtagsabgeordneter, bereits ein Jahr später wurde er Vorsitzender der SPD-Fraktion. Diesen Posten hatte er bis zur Wahl am Sonntag inne, inzwischen hat er erklärt, nicht noch einmal für dieses Amt kandidieren zu wollen. Rinderspacher ist Vater eines Sohns.

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SPD: Florian Ritter

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Im Münchner Westen hat es ein Sozialdemokrat schwer, und so zog der 56-Jährige bereits 2003, 2008 und 2013 über die Liste ins Maximilianeum ein. Bei der aktuellen Wahl erreichte er im Stimmkreis Pasing 13,6 Prozent der Stimmen, Rang drei hinter Josef Schmid (CSU) und Hep Monatzeder (Grüne). Der gebürtige Kraillinger zählt Recht, Verfassung, Verbraucherschutz sowie Datenschutz und den Kampf gegen Rechtsextremismus zu seinen Spezialgebieten.

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SPD: Ruth Waldmann

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Quelle: Robert Haas

2013 holte die 47-Jährige in Milbertshofen das einzige Landtags-Direktmandat für die SPD in ganz Bayern. Dieses Mal war die frühere Bezirksrätin auf die Liste angewiesen, im Stimmkreis musste sie sich mit 14,3 Prozent der Erststimmen der grünen Spitzenkandidatin Katharina Schulze und der CSU-Bewerberin Tina Pickert (die es nicht in den Landtag geschafft hat) geschlagen geben. Waldmann war von 2000 bis 2006 persönliche Referentin des damaligen SPD-Fraktionschefs Franz Maget.

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SPD: Diana Stachowitz

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Quelle: Stephan Rumpf

Die 55 Jahre alte Erzieherin geht in ihre dritte Legislaturperiode im Landtag. In den vergangenen fünf Parlamentsjahren betreute sie dort die Themen Kirche, Europa und Sport. Ihre Karriere begann im Stadtrat, dem sie von 2002 bis 2008 angehörte. Doch Erfahrung in der Politik konnte sie schon lange vorher sammeln: Von 1996 bis 2005 leitete sie das Büro des SPD-Abgeordneten Fritz Schösser. Stachowitz trat im Stimmkreis Moosach an und landete dort auf Platz drei.

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FDP: Wolfgang Heubisch

Dr Wolfgang Heubisch Minister a D Landtagskanditat Gabriele Neff Stadtraetin Landtags Kanditatin H

Quelle: Lindenthaler/imago

Mit 12,9 Prozent der Erststimmen schaffte der frühere Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst einen Achtungserfolg für die FDP im Stimmkreis Schwabing. Für ein Direktmandat aber reichte das nicht, der 72-jährige frühere Zahnarzt hat es jedoch über die Liste geschafft. Heubisch wurde 2008 schon einmal in den Landtag gewählt und wurde in der schwarz-gelben Koalition Kabinettsmitglied. 2013 scheiterte die FDP, inzwischen ist Heubisch Stadtrat.

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FDP: Julika Sandt

Julika Sandt FDP Kanditatin Muenchen 14 10 18 Das Schloss FDP Wahlparty Bayerische Landtagswahl FDP

Quelle: Lindenthaler/imago

Die 47 Jahre alte Journalistin kandidierte für die FDP im Stimmkreis Giesing. Dass Julika Sandt um ihre politische Laufbahn zittern muss, kennt sie bereits: Sie zog 2008 etwas überraschend in den Landtag ein, musste diesen aber wie ihre gesamte Fraktion nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde 2013 wieder verlassen. Nun kehrt sie zurück, um ihren Themen aus dem Wahlkampf im Parlament Gewicht zu verschaffen: Bildung, Kinderbetreuung und Medienkompetenz.

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FDP: Albert Duin

Bayern-FDP stellt Kandidaten für Landtagswahl vor

Quelle: dpa

Eigentlich wollte der 65-jährige Unternehmer als Spitzenkandidat für die FDP zur Wahl antreten, er unterlag aber Martin Hagen. Über die Liste rückt Duin nun ins Maximilianeum ein. Der gebürtige Emdener war bis 2014 Beisitzer im Münchner Stadtverband der FDP und amtierte von 2013 bis 2017 als Landesvorsitzender seiner Partei. Der Vater dreier Kinder ist im Stimmkreis Moosach angetreten, zu seinen Themen gehören der Bürokratieabbau und der Kampf gegen den Fachkräftemangel.

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Freie Wähler: Michael Piazolo

Hubert Aiwanger, top candidate of the Free Voters (Freie Waehler), speaks during a press conference after the Bavarian state election in Munich

Quelle: REUTERS

Der Generalsekretär der Freien Wähler (FW) sitzt bereits seit 2008 im Landtag, wo er sich als Professor für Politikwissenschaften vor allem mit den Themen Bildung und Wissenschaft beschäftigt. Michael Piazolo, 59, aus dem Stimmkreis Giesing gilt als einer der profilierten Köpfe seiner Fraktion und wird als aussichtsreicher Kandidat für einen Ministerposten gehandelt, falls sich die CSU und FW auf eine Koalition einigen. In München ist er als Stadtvorsitzender die prägende Figur seiner Partei.

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AfD: Uli Henkel

Uli Henkel, 2018

Quelle: Catherina Hess

Der 63 Jahre alte Jurist trat für die AfD in Giesing an. Der Vater eines zehnjährigen Sohnes arbeitete als Unternehmensberater. Ein politischer Schwerpunkt von Uli Henkel ist der Bereich Wohnen. Ein anderer die Forderung nach mehr direkter Demokratie. Im Übrigen will er die Grenze dicht machen, die Familienpolitik an "deutschen Bedürfnissen" ausrichten und er findet das "Volksbegehren Grenzschutz" gut, das auch Rechtsextreme vorantreiben, die der Verfassungsschutz beobachtet.

© SZ.de/bica

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