Künstliche Intelligenz Autonome Fahrzeuge gegen den Stau auf dem Mittleren Ring

Daten sammeln für autonomes Fahren im Kreisverkehr - eines von vielen Projekten im neuen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • In München hat das bayerische Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet.
  • Das Forschungszentrum, in dem bis zu 70 Wissenschaftler mit Partnern aus Industrie und öffentlicher Verwaltung zusammenarbeiten sollen, hat seinen Sitz in den Highlight-Towers in Schwabing.
  • Es gehört zum Software-Forschungsinstitut des Freistaates namens Fortiss. 20 Millionen Euro investiert Bayern in den Ausbau.
Von Mirjam Hauck

Wie viele autonome Fahrzeuge bräuchte es, damit es weniger Stau auf dem viel befahrenen Mittleren Ring gibt? Das ist eine der Fragen, mit denen sich Forscher am bayerischen Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigen, das am Dienstag in München eröffnet wurde. Das Forschungszentrum, in dem bis zu 70 Wissenschaftler mit Partnern aus Industrie und öffentlicher Verwaltung zusammenarbeiten sollen, hat seinen Sitz in den Highlight-Towers in Schwabing. Es gehört zum Software-Forschungsinstitut des Freistaates namens Fortiss. 20 Millionen Euro investiere der Freistaat in den Ausbau, sagte Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer bei der Eröffnung. "Unser Ziel ist die Technologieführerschaft in diesem Bereich."

Das sieht zum Beispiel so aus: Studenten haben Rennautos in Bobbycar-Größe gebaut, die auf einem Rundkurs im Kreis fahren und immer den gleichen Abstand zum Vordermann halten sollen. Je länger sie fahren, desto mehr Daten sammeln sie über das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer und desto sicherer werden sie. Die Software in den Autos lernt dazu, Fahrzeugkolonnen lassen sich so effizienter steuern und deshalb soll es weniger Stau geben. Dafür arbeiten die Forscher unter anderem mit Autoherstellern wie BMW zusammen.

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Ebenfalls um das Thema "Autonomes Fahren" kümmert sich das Fortiss-Projekt Providentia, benannt nach der römischen Göttin der Vorsehung. Dafür haben die Wissenschaftler zum einen ein Testfahrzeug mit Kameras, Radarsensoren und einem zentimetergenauen GPS ausgestattet. Zum anderen dient ein Teilstück der A9 hierbei als Testfeld für die notwendige hochautomatisierte Infrastruktur. Dafür stehen dann unter anderem am Rande der Autobahn Mobilfunkmasten, die die schnelle Übertragungstechnik 5G möglich machen sowie sechs Messpunkte im Abstand von jeweils 400 Metern.

Ziel des Projektes ist es nicht, dass künftig nur noch autonom fahrende oder automatisiert gesteuerte Autos unterwegs sind. Die Forscher wollen vor allem herausfinden, wie die neuen Fahrzeuge mit den herkömmlichen Autos, dem sogenannten "Mischverkehr", am besten interagieren. Wie sie am schnellsten und sichersten Gefahrenquellen durch andere Verkehrsteilnehmer erkennen. Dafür erstellt eine Software aus den gesammelten Daten der Autos einen "digitalen Zwilling". Dieser wird dann den automatisierten Fahrzeugen in Echtzeit zur Verfügung gestellt. So erkennen sie zum Beispiel, wenn ein schnelles Auto von hinten heranbraust, ob es sich lohnt zu überholen. Oder eben nicht, weil es zu gefährlich ist oder zu viel Energieaufwand bedeutet, wenn das Auto das Überholmanöver wieder abbrechen muss.

Nicht fahren, dafür laufen und springen kann der Neurorobotik-Simulator der bayerischen KI-Forscher. Mit dieser sogenannten neuromorphen Hardware und einer Software, die neuronalen Netzen nachempfunden ist, lässt sich das Hirnmodell einer Maus nachbilden und ihre Bewegungen in natura studieren. So soll erforscht werden, welche verschiedenen Modelle sich am besten zum Lernen eignen.

Auch mit der dezentralen Blockchain-Technologie beschäftigen sich die Wissenschaftler. Und das ganz bürgernah. So soll diese Technologie in Zukunft dafür sorgen, dass Eltern für einen Antrag auf Kindergeld, nicht mehr mühsam bei allen Ämtern alle bereits vorhandenen Daten anfordern müssen, um diese an die Familienkasse zu schicken.

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