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Verkehrschaos wegen Bauern-Demos:1000 Traktoren blockieren Odeonsplatz und Ludwigstraße

Bauerndemo in München mit Traktoren am Odeonsplatz und auf der Ludwigstraße

Viele Traktoren in mehreren Reihen stehen während einer Demonstration auf der Ludwigstrasse zwischen Siegestor und Odeonsplatz. Landwirte protestieren mit der Aktion gegen die aktuelle Agrarpolitik.

(Foto: dpa)

Bayerische Landwirte machen ihrem Ärger über die Politik Luft: Mit Traktoren legen sie Teile der Münchner Innenstadt lahm. In Würzburg wird der Protest vorzeitig abgebrochen.

Etwa 2000 Landwirte sind aus Protest gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung nach München gezogen. Insgesamt 1000 Traktoren blockierten am Dienstagmittag den Odeonsplatz, wie die Polizei mitteilte. Auch die Ludwig- und die Leopoldstraße bis zur Hohenzollernstraße sind weiterhin nicht befahrbar - auch wenn die Demo offiziell seit etwa 13.30 Uhr beendet ist. Die Polizei regelt nun die Abfahrt der Traktoren.

Die Bauern zogen vom Odeonsplatz aus in Richtung Siegestor. Ein Polizeisprecher sprach von Verkehrsbehinderungen im gesamten Stadtgebiet. Der Odeonsplatz ist voraussichtlich noch bis 16 Uhr gesperrt. Bereits am Vormittag mussten Autofahrer - auch aus der Region - mehr Zeit einplanen. Von mehreren Orten aus waren Konvois mit bis zu 150 Traktoren nach München gefahren. Die Polizei warnte vor Staus und Verkehrsbehinderungen bis in den späten Nachmittag.

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Die Demo in Würzburg wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen

In Würzburg wurden die Proteste aber noch vor dem offiziellen Beginn vom Versammlungsleiter beendet. Grund dafür war ein Verkehrschaos in der Stadt - ausgelöst durch die Traktoren, wie ein Polizeisprecher sagte. "In Würzburg ging gar nichts mehr." Dabei waren nach ersten Schätzungen der Polizei nur 650 statt wie erwartet 1000 Traktoren gekommen. Sie bat die Landwirte trotzdem, wieder umzukehren. Am Versammlungsort in der Nähe der Würzburger Residenz sei kein Platz mehr gewesen, erklärte der Sprecher. Selbst Feuerwehr und Rettungswagen waren in einigen Stadtteilen nicht mehr durchgekommen. "Glücklicherweise gab es in dieser Zeit keine medizinischen Notfälle in den betroffenen Bereichen", teilte das Bayerische Rote Kreuz mit. In Bayreuth sollten nach Angaben der Polizei bis in den Nachmittag noch an die 1000 Traktoren unterwegs sein.

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