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Corona-Pandemie in München:Schulanmeldung per Post oder online

03.09.2020, DIe kleine Alina aus dem Allgäu muss bei ihrer Einschulung am 7. September 2020 eine Gesichtsmaske tragen.

Mädchen und Jungen, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden, sind nach den Sommerferien schulpflichtig.

(Foto: Imago)

Eltern, die ihre Kinder im September einschulen wollen, können nicht wie sonst üblich in die Grundschulen kommen. Eine Ausnahme soll es bei möglichen Rückstellungen geben.

Von Kathrin Aldenhoff

Natürlich ist es noch nicht der erste Schultag. Aber die Schulanmeldung ist so etwas wie der erste Schritt ins Schulleben. Eltern gehen mit ihrem Kind in die künftige Grundschule, laufen durch die Gänge, gucken in die Klassenzimmer und melden ihr Kind an. In diesem Jahr wird es allerdings anders laufen. Die Eltern, deren Kinder die Grundschule an der Klenzestraße besuchen werden, unterschreiben alle Formulare zu Hause und schicken sie mit der Post an Schulleiter Martin Schmid. Anders geht es auch nicht, sagt Schmid. Sonst hätte er innerhalb von fünf Stunden zwischen 250 und 300 Leute in der Schule. Und das in Corona-Zeiten. So viele Plastikscheiben und Desinfektionsmittelspender seien nicht zu organisieren.

Bis zum 10. März müssen Eltern ihr Kind an der Grundschule angemeldet haben, wenn es bis zum 30. September 2021 sechs Jahre alt wird. Welche Grundschule ein Kind besucht, hängt vom sogenannten Sprengel ab. Eltern können zum Beispiel auf der Internetseite der Landeshauptstadt München ihre Postleitzahl eingeben und so herausfinden, welche Schule für ihr Kind zuständig ist. In diesem Jahr melden Eltern, wie schon im vergangenen Jahr, ihre Kinder aber nicht wie sonst üblich vor Ort in der Grundschule an. Das Schulamt habe es den Schulen freigestellt, wie sie die Anmeldungen in diesem Jahr handhaben wollen, sagt Schulamtsdirektorin Birgit Liebl: "Die meisten Schulen machen die Anmeldung online."

Wichtig sei die Absprache zwischen Eltern, Kindergärten und Grundschulen besonders bei Kindern, bei denen nicht klar ist, ob sie schulreif sind. "Diese Kinder können die Schulen einzeln einladen, um sie sich anzusehen." Im vergangenen Jahr fiel das komplett aus, der Lockdown kam kurzfristig, die Schulen waren nicht vorbereitet. Im Herbst saßen dann Kinder in den ersten Klassen, mit deren Eltern man eine Rückstellung normalerweise zumindest besprochen hätte, sagt Liebl: "Das wird heuer nicht anders sein." Sie hofft, dass die Schulen in diesem Jahr besser vorbereitet sind. Dass Eltern, Kindergärten und Grundschulen sich besser abstimmen.

Bei Kindern, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, können die Eltern den Schulbeginn um ein Jahr nach hinten schieben. Das müssen die Eltern der zuständigen Grundschule bis zum 10. April schriftlich mitteilen. Wenn Eltern möchten, dass ihr Kind schon zur Schule geht, obwohl es zum Stichtag am 30. September noch nicht sechs Jahre alt ist, können sie einen Antrag auf vorzeitige Einschulung stellen. Dann entscheidet die Schulleitung darüber. Die Schuleingangsuntersuchungen, die es sonst gibt, finden im Moment nicht statt.

Martin Schmid von der Grundschule an der Klenzestraße erzählt, dass er eine Powerpointpräsentation mit Informationen zur Schule online gestellt hat. Und dass er im Moment viele Nachfragen von Eltern telefonisch beantwortet. Eine Mutter, die erst noch in den Sprengel seiner Grundschule zieht, habe ihn angerufen und gefragt, ob sie am 10. März mit ihrem Kind kommen solle. "Sie war total erleichtert, als ich ihr gesagt habe, dass wir das digital machen und sie nicht herkommen muss."

Schmid ist auch Vorsitzender des Münchner Lehrer- und Lehrerinnenverband und deshalb in Kontakt mit vielen Kollegen. Er sagt, er wisse von keiner Schule in München, bei der die Anmeldung dieses Jahr vor Ort stattfindet. Wenn, dann würden einzelne Schüler mit ihren Eltern eingeladen, um sich abzustimmen. Den ersten Schultag hat Schmid mit seinen Kollegen schon besprochen. Sie haben sich überlegt, wie sie den organisieren, vielleicht klassenweise. Eine Klasse nach der anderen, nicht alle gleichzeitig. Das würde die Veranstaltung entzerren. Und das sei durchaus nötig, den oft kämen heutzutage nicht mehr nur die Eltern mit ihrem Kind - auch Großeltern, Tanten und Onkel wollten am ersten Schultag dabei sein.

© SZ vom 26.02.2021/van
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