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Kultur für Familien:Pinakotheken bieten Workshops jetzt digital an

In seinem Gemälde „Die Geburt“ von 1896 spielt Paul Gauguin auf die Geburt Christi im Stall zu Bethlehem an.

(Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek München)

Die kostenlosen Familienangebote der Museen sind ins Internet umgezogen. Im nächsten Kurs geht es um "Advent, Advent".

Von Barbara Hordych

Als Mutter dreier Kinder kennt Isabell Weick, Mitarbeiterin aus dem Team Kunstvermittlung der Pinakotheken, die Situation vieler Familien in der Vorweihnachtszeit nur zu gut: "Man kommt selten dazu, sich zusammen an den Tisch zu setzen zu einem Anlass, der nicht alltagsrelevant ist", sagt Weick.

Umso mehr haben sie und ihre Älteste es genossen, als sie Mitte November einen der ersten digitalen Familienworkshops der Alten Pinakothek ausprobierten. "Es ging um das Thema Licht und meine Tochter und ich haben mit dem Referenten und den anderen Teilnehmern einige Bilder aus dem Museum angeschaut und besprochen. Ein Vorteil beim digitalen Format ist, dass man ganz nah an bestimmte Details heranzoomen kann", sagt Weick.

Besonders gefallen habe ihrer Tochter, dass es in dem Online-Workshop, an dem sogar Familien aus Israel teilnahmen, nicht nur ums Zuhören und Zusehen ging, sondern auch ums Machen. Nachdem der Referent ihnen erst etwas zu den Kunstwerken erzählt habe, gab er ihnen im Anschluss Tipps dazu, wie sie selbst etwas gestalten könnten. "Wir haben sofort losgelegt und einen Riesen-Spaß gehabt", sagt Weick.

Im nächsten Workshop von "We are Family" am 5. Dezember in der Alten Pinakothek geht es um "Advent, Advent". "Darin werden von Albrecht Dürer der 'Paumgartner-Altar: Geburt Christi' und von Paul Gauguin 'Die Geburt' behandelt", sagt Weick. Während Dürers Kunstwerk eine ganz klassische christliche Darstellung sei, falle Gauguins Bild auf den ersten Blick aus dieser Thematik heraus. "Aber wenn man genauer hinschaut, ist das klassische Stallmotiv im Hintergrund zu erkennen, mit Ochs und Esel, die Verbindung zur christlichen Darstellung ist deutlich".

Isabell Weick

Kunstvermittlerin Isabell Weick organisiert die Familienangebote der Pinakotheken.

(Foto: privat)

Auf den Webseiten der Museen sind die Themen und Termine zu finden, zu denen sich Interessierte per Mail anmelden können. Die Antwortmail enthält einen Link zu den kostenlosen Workshops, die dann online stattfinden. Jeder Teilnehmer kann dabei selbst entscheiden, ob er seine Kamera an- oder ausstellt. Außerdem bekommen alle Beteiligten eine kleine Besorgungsliste, die enthält, was bereit zu legen ist, wie Kleber, Stift und Schere, Korken oder Karton.

"Da ist nichts Aufwendiges dabei, wofür man als Eltern extra noch in ein Bastelgeschäft gehen müsste, sondern es sind alles Dinge, die man in einem Familienhaushalt schnell bei der Hand hat", sagt Weick. Technische Voraussetzungen sind lediglich eine stabile Internetverbindung, Laptop, Tablet, PC oder Smartphone mit integrierter Webcam und Mikrofon.

We Are Family: Advent, Advent, Sa., 5. Dez., 15 Uhr; Kinder können Kunst: Farben und Gefühle, ab 5 J., So., 6. Dez., 15 Uhr; Anmeldung jeweils bis Fr., 13 Uhr unter programm@pinakothek.de oder programm@pinakothek-der-moderne.de

© SZ vom 03.12.2020/kafe
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