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Posthume Ehrung:München bekommt einen Hans-Jochen-Vogel-Platz

Im Olympiagelände wird ein Platz nach dem früheren Oberbürgermeister von München, Hans-Jochen Vogel, benannt. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe der Olympiahalle zwischen Coubertinplatz und der Brücke über den Mittleren Ring.

(Foto: Robert Haas)

Der frühere SPD-Oberbürgermeister wird im Olympiapark verewigt - so wie es der ausdrückliche Wunsch seiner Witwe war. Doch nicht allen ist diese Würdigung genug.

Von Anna Hoben

Er hat 1972 die Olympischen Spiele nach München geholt. Nun wird im Olympiapark ein Platz nach dem im Juli 2020 verstorbenen früheren Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel benannt. Dabei handelt es sich um einen Teil des bisherigen Coubertinplatzes. So hat es der Ältestenrat im Stadtrat beschlossen, und so hat es der Kommunalausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag bestätigt.

Konkret geht es um die Freifläche westlich der Olympia-Schwimmhalle, zwischen Olympiahalle und Olympiastadion, nördlich des Olympiasees bis zum Rudolf-Harbig-Weg. Dieses Areal soll vom 26. Juli 2021 an, Vogels erstem Todestag, Hans-Jochen-Vogel-Platz heißen. Ursprünglich war der Platz 1971 nach dem Gründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, benannt worden. Er soll künftig nur noch einem kleineren Teil des Areals seinen Namen geben.

Die Teil-Umbenennung geht auf eine Initiative der SPD/Volt-Fraktion zurück. Die Stadt ehrt damit einen Politiker, dem München viel zu verdanken hat. In seiner Zeit als Oberbürgermeister setzte sich der Sozialdemokrat für bezahlbaren Wohnraum ein, er plante die Fußgängerzone in der Innenstadt, und auch das Münchner S- und U-Bahn-Netz geht auf seine Initiative zurück. Das Thema Wohnen lag ihm auch im hohen Alter noch am Herzen; bis zu seinem Tod setzte er sich für eine sozialgerechte Reform des Bodenrechts ein. Hans-Jochen Vogel wurde 94 Jahre alt.

Doch diese Würdigung ist nicht allen genug. Die Stammtisch-Vereinigung "D'Marienplatzler", der einige ehemalige Stadträte von SPD und CSU angehören, hatte sich am vergangenen Wochenende zu Wort gemeldet. Es sei fraglich, ob "die konkret vorgesehene Ehrung durch die Umbenennung eines Teiles des Coubertinplatzes im Olympiagelände auch angemessen ist". Fazit der "Marienplatzler": nein.

In seiner Amtszeit habe Vogel "die Wende Münchens zu einer modernen Großstadt mit bleibenden historischen Wurzeln" umgesetzt. Sie regten deshalb an, das gesamte Olympiagelände einschließlich des Stadions nach Hans-Jochen Vogel zu benennen. Dies entspräche dem Rang, der etwa den Oberbürgermeistern Thomas Wimmer und Karl Scharnagl bei der Straßenbenennung beigemessen wurde. Es ist aber wohl nicht im Sinne von Vogels Witwe Liselotte; die Lösung mit dem Coubertinplatz war ihr ausdrücklicher Wunsch.

Neben dem Hans-Jochen-Vogel-Platz im Olympiapark hat der Kommunalausschuss des Stadtrats noch zwölf weitere Platz- und Straßennamen beschlossen. Dazu zählen der Erika-Fuchs-Weg und die Marie-Juchacz-Straße im Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl; außerdem die Helmut-Kohl-Allee, der Guido-Westerwelle-Platz und die Friederike-Nadig-Allee auf dem Areal der ehemaligen Bayernkaserne in Freimann; sowie die Thea-Knorr-Straße in Allach-Untermenzing. Bei Frauen, die mit einem Straßennamen geehrt werden, hat die Stadt München großen Nachholbedarf: Im vergangenen Juli waren 2760 Straßen nach Männern benannt - und nur 350 nach Frauen.

© SZ vom 05.02.2021/van
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