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"Hans Kebab" in Schwabing:Hier gibt es bald Döner in schöner

Cihan Anadologlu hat eine Mission: Er will beweisen, dass ein Döner mehr sein kann als Fastfood.

(Foto: Robert Haas)

Was für viele nur eine billige Burger-Variante ist, ist für Cihan Anadologlu viel mehr. Am Dienstag eröffnet er seine alles andere als gewöhnliche Imbissbude "Hans Kebab" in der Leopoldstraße.

Von Franz Kotteder

Wer Erfolg haben will, muss Zeichen setzen. Und das Zeichen hier ist ein Döner namens "From Istanbul to Tokyo". Der Chef glaubt selber nicht, dass er davon allzu viele Portionen pro Tag absetzt, wenn er am Dienstag zum ersten Mal seinen Imbiss Hans Kebab aufsperrt: 35 Euro sind schließlich ein stolzer Preis, auch wenn für den Döner extra teuerstes "gegrilltes japanisches Kagoshima Wagyu Short Rib" verbraten und mit "Wakame-Trüffelvinaigrette" versehen wird. Gut, Fußballstars wie Franck Ribéry, der mal Aufsehen durch den Verzehr eines goldenen Steaks erregte, werden hier am Schwabinger Tor nicht oft vorbeikommen. Aber es geht ja auch mehr um das Signal: Döner kann richtig hochwertig sein und nicht nur schnell konsumierbares Fastfood.

Cihan Anadologlu hat ja schließlich auch eine Mission: Er will den Döner schöner machen und zeigen, dass in ihm mehr steckt als eine billige Burger-Alternative. Wobei hinzuzufügen wäre: Der Wagyu-Döner ist der absolute Ausreißer auf der Preisliste, die Döner in Anadologlus neuem Laden kosten sonst zwischen 7,40 und 7,80 Euro. Immer noch mehr als anderswo, "aber das liegt an der hohen Qualität der Zutaten bei uns", so der Chef.

Der auch international vielfach ausgezeichnete Barkeeper, der seinen "Circle" im Club Hearthouse am Lenbachplatz bis Ende 2019 zu einer der besten und innovativsten Cocktailbars der Stadt gemacht hatte, hat auch ein Standardwerk über Döner geschrieben: "Einmal mit Alles - Der Döner und seine Verwandten".

Auf die Theorie in Buchform folgt nun also die Praxis in Gestalt einer Dönerbude. Wobei dieser Begriff natürlich völlig unangemessen ist. In der Leopoldstraße 182 hat man es bei Hans Kebab mit einem blitzenden, perfekt durchgestylten Imbissrestaurant zu tun. Schwarzweiße Kacheln im Siebzigerjahre-Stil spielen auf die gefliesten Wände in normalen Dönerbuden an, das Signet - Dönerkoch mit Smiley-Gesicht - hat die Münchner Kreativagentur David + Martin beigesteuert, die am Laden auch beteiligt ist. Deren beide Inhaber betrieben auch schon mal den Burgerladen Cosmogrill.

Der Name Hans Kebab ist schnell erklärt: "Mein Vorname ist Cihan", sagt der 39-jährige Anadologlu, "und aus Cihans Kebab habe ich dann eben Hans Kebab gemacht." Das Wortspiel mit dem typisch deutschen Vornamen rührt daher, dass er sich "als klassischer Deutschtürke" versteht. Eigentlich, sagt er, ist der klassische Döner ja auch ein deutsches Gericht, er tauchte erstmals 1972 in Berlin auf. Deshalb gibt es bei Hans Kebab auch den "Original 1972 Döner Kebab" für 7,40 Euro, neben einem "Spicy Veggie Döner" (7,60) oder dem "Döner des Monats" (7,80), jeweils nach einem Rezept aus dem Buch von Anadologlu.

Er verwendet Kalb- oder Hähnchenfleisch, "Lamm wie in der Türkei mögen die Deutschen nicht so", und wichtig sind natürlich auch die Saucen, wobei besonders die "Geheime Hans-Kebab-Sauce" neugierig macht, weil unter den näheren Erläuterungen lediglich steht: "Geheime Zutaten". Vom kommenden Dienstag an kann man dieser Sache nachgehen; von da an hat Hans Kebab dienstags bis samstags von elf bis 21 Uhr und sonntags von 15 bis 21 Uhr geöffnet, geliefert wird selbstverständlich auch.

© SZ vom 06.03.2021/van, kafe
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