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München:Medienrat hat entschieden: M 94.5 verliert seine Frequenz

Studentenradio M94.5. in München, 2016

M 94.5 bildet junge Leute aus - wird das aber auch weiterhin tun.

(Foto: Lukas Barth)
  • Die UKW-Frequenz des Ausbildungssenders 94.5 wird zum 1. September an den kommerziellen Sender Rockantenne gehen.
  • Der Sender wird dann nur noch im Digitalradio und im Internet zu hören sein.
  • Im Gegenzug stellt Rockantenne dem Hörfunk-Nachwuchs ein bayernweites Programmfenster zu Verfügung.

Knapp 200 Menschen arbeiten zur Zeit beim Münchner Ausbildungssender M 94.5 daran mit, jeden Tag ein junges, lokales, aufregendes Programm zu gestalten. Einige von ihnen sind am Donnerstag in die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien nach Neuperlach gekommen. Als Radioreporter sind sie es gewohnt, live zu sein, live auf Sendung. Am Donnerstagnachmittag sind sie live dabei bei einer Entscheidung, die zentral ist für ihre Zukunft, ihre Ausbildung, ihren geliebten Sender.

Nach einer spielfilmlangen, 75 Minuten dauernden Diskussion fällt der Medienrat gegen 15.30 Uhr seine Entscheidung: Die UKW-Frequenz 94.5 wird zum 1. September an den kommerziellen Sender Rockantenne gehen. M 94.5 wird von da an nur noch im Digitalradio und im Internet gehört werden können. 25 Mitglieder des Medienrats stimmten dafür, elf dagegen, vier enthielten sich.

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Was der Frequenzverlust für M 94.5 bedeutet

Johannes Vogl von M 94.5 beschreibt, was der Frequenzverlust für den Sender bedeutet.

Programmleiter Wolfgang Sabisch regiert den Aus- und Fortbildungssender M 94.5 seit seinen Anfängen vor 20 Jahren. "Wir nehmen das jetzt sportlich", sagte er nach der Entscheidung. "Es war absehbar." Gefreut habe ihn aber, dass es vor der Abstimmung eine intensive Debatte gegeben habe, dass "die Positionen nicht so eindeutig festgelegt waren".

Er hätte sich jedoch gewünscht, dass in den vergangenen Wochen die Auseinandersetzung über die Umwidmung der Frequenz offener und mit mehr Respekt geführt worden wäre. "Der Prozess war nicht in allen Teilen wirklich ehrlich." Es seien auf beiden Seiten Fehler gemacht worden, auch bei den Unterstützern. "Es ging nie um eine Abschaltung." Gefreut habe er sich jedoch darüber, was für ein starker Zusammenhalt im Team von M 94.5 herrsche; das habe sich in den vergangenen Wochen besonders gezeigt. Für ihn selbst sei der Beschluss eine Aufforderung, "diese tolle Truppe fit zu machen für die kommenden Aufgaben".

Drei Viertel der Hörer von M 94.5 empfangen den Sender über UKW

Dem Beschluss ging eine Diskussion voran, in der nochmals alle Argumente ausgetauscht wurden. Es gehe weiterhin darum, "junge Leute bestmöglich auszubilden", sagte BLM-Präsident Siegfried Schneider. Er glaube, dass der Wechsel auch eine große Chance sei, "sich in die digitale Welt einzuarbeiten". Immer wieder betonten die Befürworter der Frequenz-Umwidmung zudem, dass die potenzielle Hörerschaft für den Ausbildungskanal durch den Wechsel sogar noch erweitert werde. Tatsächlich jedoch empfangen bislang drei Viertel der Hörer von M 94.5 den Sender über UKW.

Die Kritiker des Wechsels sahen das Ganze anders. Es sei nie in erster Linie darum gegangen, den Ausbildungs- und Fortbildungskanal (AFK) zu stärken, merkte etwa Michael Piazolo an, Mitglied der Landtagsfraktion der Freien Wähler. Der AFK betreibt unter anderem M 94.5. Es sei wichtig, so Piazolo, dass junge Leute, die Radio machen, "möglichst weit gehört werden". Er frage sich, welches Zeichen die Umstellung medienpolitisch aussende. Andere Kritiker merkten an, dass die Entwicklung des Digitalradios noch nicht weit genug sei. Rockantenne, die zweite Welle des Privatradios Antenne Bayern, musste im Gegenzug für die Frequenzzuteilung einige Zusagen machen. So wird der AFK bei der Rock-Antenne beispielsweise eigene, bayernweite Programmfenster bekommen.

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