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Hotel am Viktualienmarkt:Louis geht nach Bremen

Hotel Louis in München, 2009

Das Louis Hotel am Münchner Viktualienmarkt.

(Foto: Robert Haas)

Die Gastro-Unternehmer Kull und Weinzierl haben in den vergangenen 20 Jahren ein kleines Restaurant- und Hotelimperium in München aufgebaut. Nun verkaufen sie ihr Flaggschiff.

Von Franz Kotteder

Das Louis-Hotel am Viktualienmarkt wechselt den Betreiber: Am Dienstagnachmittag gaben die Münchner Gastro-Unternehmer Rudi Kull und Albert Weinzierl überraschend bekannt, dass sie ihr Flaggschiff an die Bremer Unternehmensgruppe des Investors Kurt Zech verkauft haben. Die Immobilie bleibt aber nach wie vor im Besitz des Hauses Kustermann, Zech hat lediglich das Hotelunternehmen gekauft.

Kull und Weinzierl hatten in den vergangenen 20 Jahren relativ schnell ein kleines Restaurant- und Hotelimperium in München aufgebaut, ausgehend vom französischen Restaurant Buffet Kull und dem italienischen Lokal Riva im Tal und in Schwabing sowie dem Brenner an der Maximilianstraße. In der Bräuhausstraße folgte dann nach der Bar Centrale der Einstieg ins Hotelgeschäft mit dem kleinen Boutiquehotel Cortiina, vor elf Jahren dann das 72-Zimmer-Haus Louis am Viktualienmarkt mit einem ähnlichen Konzept und dem japanischen Restaurant Emiko, das vor etwa einem Jahr in das Steakrestaurant Louis Grillroom umgewandelt wurde.

Mit dem Corona-Lockdown kam dann aber die große Krise: Die Kull-Weinzierl-Gruppe hat keine eigenen Immobilien und hohe Festkosten in Form von Mieten. Nur die wenigsten Immobilienbesitzer sind allerdings mit Stundungen einverstanden. Der Verkauf des Hotelunternehmens Louis ist da wohl als Befreiungsschlag zu werten. Noch vor kurzem hatte Kull beklagt, dass das Hotel im Unterschied zum kleineren Cortiina nach der Wiederöffnung kaum Gäste habe: "Die Geschäftsreisenden fehlen einfach." Sie stellten vor Corona das Hauptklientel des Hauses.

Die Gruppe des Bremer Unternehmers Kurt Zech hat zugesichert, sämtliche Angestellte zu übernehmen. Zech hat in seinem Portfolio auch eine Hotelgesellschaft, die unter anderem mit der Marke Severins Luxushotels auf Sylt und in Lech betreibt; erst vor kurzem hat sie ein Hotelgrundstück am Tegernsee erworben. Rudi Kull war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

© SZ vom 05.08.2020/amm
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