Wetter:Mehr als 250 Flüge am Flughafen München annulliert

Wetter: Ein Flugzeug wird kurz vor dem Start nahe der Startbahn am Münchner Flughafen enteist.

Ein Flugzeug wird kurz vor dem Start nahe der Startbahn am Münchner Flughafen enteist.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Die Wetterlage mit gefrierendem Regen und Nässe sorgt am Airport für Ausfälle. Auch die Bahn rechnet mit Behinderungen im Fern- und Regionalverkehr - und die Stadt mobilisiert alle Kräfte im Winterdienst zu einem Sondereinsatz.

Von Martin Bernstein und Anna Hoben

Vor Schneefall, der am Mittwochmorgen in Eisregen übergeht, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) gewarnt. Auf den Straßen in München könnte es also spiegelglatt werden. Und nicht nur dort: Die Verantwortlichen am Münchner Flughafen im Erdinger Moos erwarten bis mittags "erhebliche Einschränkungen im Flugbetrieb". Von rund 650 geplanten Starts und Landungen am Mittwoch seien mehr als 250 Flüge annulliert worden, sagte eine Sprecherin am Morgen. Die restlichen Maschinen sollten nach vorläufigem Stand wie geplant starten oder landen.

Ob es dabei bleibt, hängt nach Angaben des Flughafens von der weiteren Entwicklung ab. Der Winterdienst soll nach Angaben der Sprecherin dafür sorgen, dass eine Start- und Landebahn immer geöffnet ist. Am frühen Morgen habe es bereits fünf Starts und sieben Landungen gegeben. Die Lage an den Terminals sei ruhig. Viele Passagiere seien vermutlich rechtzeitig von den Fluglinien informiert worden und deshalb gar nicht erst zum Flughafen gekommen.

Auch die Bahn kündigte am Dienstag schon einmal vorsichtshalber "deutschlandweit Auswirkungen" auf den Regional- und Fernverkehr an. Bei der Münchner S-Bahn heißt es, dass es im S-Bahnverkehr zu witterungsbedingten Einschränkungen kommen kann. Die Fahrgäste werden aufgefordert, Abstand zur Bahnsteigkante zu halten und Vorsicht beim Ein- und Ausstieg walten zu lassen. Unterrichtsausfälle wie in anderen Teilen Bayerns wurden für München aber nicht angekündigt.

"Es besteht hohe Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz", warnte der DWD und prognostizierte: "Zunächst leichter Schneefall, rascher Übergang in gefrierenden Regen". Auslöser sei "eine markant ausgeprägte Warmfront", die in der Nacht zum Mittwoch auf Bayern übergreifen würde. Zu erwarten sei unwetterartig auftretendes Glatteis.

Die Stadt kündigte deshalb an, dass der Winterdienst des Baureferats in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in voller Personalstärke mit einem Sondereinsatz beginnen würde. Die mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten mit 600 Fahrzeugen Streusalz und Splitt auf Fahrbahnen, Gehwegen und Fahrradwegen ausstreuen. Eine präventive Oberflächenbehandlung vorab sei bei Eisregen entscheidend, damit die Eisbildung möglichst reduziert werde, teilte die Stadt mit.

Trotzdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass es vor allem in den Morgenstunden auf Gehbahnen, Radwegen und Fahrbahnen stellenweise sehr glatt und gefährlich sein könne, hieß es in einer Mitteilung. Diese Lage könne auch im Laufe des Tages fortbestehen. Die Stadt bat deshalb die Münchnerinnen und Münchner, sich auf potenzielle Beeinträchtigungen durch Glätte und ungünstige Straßenverhältnisse einzustellen.

Wetter: In München war es am Mittwoch stellenweise glatt. Von einer Häufung von Unfällen konnte die Polizei am Morgen aber nicht berichten.

In München war es am Mittwoch stellenweise glatt. Von einer Häufung von Unfällen konnte die Polizei am Morgen aber nicht berichten.

(Foto: Robert Haas)
Wetter: Eigentümer müssen teilweise selbst dafür sorgen, dass Gehwege gestreut werden.

Eigentümer müssen teilweise selbst dafür sorgen, dass Gehwege gestreut werden.

(Foto: Robert Haas)

Sie wies zudem auf die Anliegerpflicht hin: Außerhalb des sogenannten Vollanschlussgebietes müssen Eigentümer selbst dafür sorgen, dass Gehwege geräumt werden und gegen Glätte gestreut wird. Diese gesetzliche Räumpflicht muss werktags bis sieben Uhr morgens erfüllt sein, sie gilt bis 20 Uhr. Falls kein Gehweg vorhanden ist, muss entlang des Grundstücks ein Fußgängerstreifen in ausreichender Breite geräumt und gesichert sein.

Die Lufthansa annulliert zahlreiche Flüge: "Die prognostizierten Schlechtwetterbedingungen sowie die Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden am 17. und 18. Januar zu Flugplaneinschränkungen von und nach Frankfurt und München führen", hieß es. "Wenn Ihr Flug annulliert wird und Sie keine andere Bestätigung für denselben Tag haben, kommen Sie bitte nicht zum Flughafen", appellierte die Airline an ihre Kunden. Die Flughafenbetreiber hätten die Gesamtkapazität deutlich gesenkt, die Lufthansa den gesamten Flugplan für die Kurz- und Langstrecke deutlich reduziert.

Die Fluglinie versprach, von Streichungen betroffene Fluggäste frühzeitig zu informieren. Offenbar kein ganz leichtes Unterfangen angesichts der Menge an Annullierungen, wie am Dienstagnachmittag auf dem Kurznachrichtendienst X (früher Twitter) nachzuverfolgen war.

Die Lufthansa wolle "nach Wetterbesserung, die für Freitag zu erwarten ist, zügig zum planmäßigen und stabilen Flugbetrieb" zurückkehren, meldete die Nachrichtenagentur dpa. Schon am Dienstagnachmittag zeigte der Flugplan für den Münchner Airport, dass am Mittwochmorgen wohl mindestens zwei Drittel aller Abflüge aus dem Erdinger Moos nicht stattfinden würden.

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