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Demonstrationszug:"Krachparaden" gegen die Stille

Feiern und Tanzen trotz Abstandsregeln: Das gehe, meint die Initiative "Mehr Lärm für München". Zum Beweis sind am Freitagabend ab 19 Uhr laut den Veranstaltern 200 Demonstranten tanzend von der Universität zum Nationaltheater gezogen - als Münchens erster genehmigter Demonstrationszug seit dem Beginn der Corona-Pandemie, wie die Initiative betont. Ihr Protest richtet sich an die Stadtspitze: Münchens Musik- und Clublandschaft sei vom Lockdown existenziell bedroht. "Wenn Oberbürgermeister Dieter Reiter und der Stadtrat weiterhin nichts dagegen unternehmen, wird die Stadt sehr bald ein nie dagewesenes Aussterben der Münchner Kulturlandschaft erleiden", befürchtet Julia Richter, Sprecherin der Initiative. Ein Ausweg könnten für sie Freiluftveranstaltungen sein, die dem Infektionsschutz gerecht werden. Ihre E-Mails an die Stadtspitze blieben jedoch unbeantwortet, sagt Florian Raabe, der Organisator der Demonstration.

"Mehr Lärm für München" ist aus einer Initiative hervorgegangen, die 2011 vergeblich dagegen protestierte, dass die Gaststätte "Schwabinger 7" an der Feilitzschstraße einem Neubau weichen musste. Mittlerweile organisiert die Gruppe "Krachparaden", um gegen die Stilllegung kultureller Räume durch Luxus-Sanierungen zu protestieren. Mit dem Protest am Freitag ist Raabe zufrieden: Die Teilnehmer hätten Spaß gehabt und die Regeln eingehalten. Laut Polizei gab es keine Vorkommnisse.

© SZ vom 22.06.2020 / wet

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