Münchenstift:50 Corona-Infektionen in Altenheim

Lesezeit: 1 min

Luise-Kiesselbach-Platz in München, 2019

Die meisten Infizierten im Münchenstift-Haus St. Josef zeigen keine oder leichte Symptome - manche mussten wegen ihrer Vorerkrankungen aber auch in die Klinik.

(Foto: Robert Haas)

39 Bewohner und elf Mitarbeiter in St. Josef am Luise-Kiesselbach-Platz sind positiv getestet worden. Der Chef spricht von einer "neuen Normalität" in den Häusern.

Von Sven Loerzer

Im Münchenstift-Haus St. Josef sind 39 Bewohner und elf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Die meisten Bewohner haben gar keine Symptome oder nur sehr leichte", erklärte Siegfried Benker, Geschäftsführer des städtischen Altenheimträgers. "Wir haben den Ausbruch gut im Griff." Wie es dazu kam, lasse sich nicht klären. Benker hob hervor, dass die Situation nicht vergleichbar mit Ende des vergangenen Jahres sei. Mehr als 90 Prozent der Münchenstift-Bewohner seien zweifach geimpft, mehr als ein Viertel habe bereits die dritte Impfung erhalten. Die Zahl der Booster-Impfungen steige schnell an. Allerdings gebe es auch einige Bewohner, die sich nicht impfen lassen wollen oder wo dies die Angehörigen nicht wollen.

Dennoch gehöre es zur "neuen Normalität", dass immer wieder einzelne Corona-Infektionen in den Pflegeheimen aufträten. In acht Münchenstift-Häusern gebe es so gut wie keine Fälle. Der Ausbruch in dem Haus am Luise-Kiesselbach-Platz verteile sich vor allem auf zwei Wohnbereiche. Die positiv getesteten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne. Wo es möglich sei, werde mit den betroffenen Seniorinnen und Senioren eine Quarantäne im Zimmer vereinbart. Da solche Absprachen mit dementen Bewohnern nicht möglich sind, lasse sich nicht immer eine Quarantäne für größere Bereiche verhindern, sagte Benker. Nur sehr wenige betroffene Bewohner seien wegen Vorerkrankungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Rund 70 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei doppelt geimpft, ihnen werde auch die dritte Impfung angeboten. Benker betonte, "ich habe kein Verständnis dafür, wenn sich Mitarbeiter der Altenpflege nicht impfen lassen wollen." Die Impfung wirke, aber es sei nicht zu verhindern, "dass etwas in die Häuser reingetragen wird". Der Altenheimträger habe seine Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, so müssten alle Mitarbeiter nun wieder FFP2-Masken tragen. Auch geimpfte oder genesene Besucherinnen und Besucher müssten sich wieder testen lassen, "die meisten haben Verständnis dafür". Ebenso würden die Mitarbeiter regelmäßig getestet. Benker setzt auf ein hohes Maß an Sicherheitsmaßnahmen angesichts der steigenden Inzidenz. "Wir wollen unsere Häuser nicht dichtmachen wie vergangenes Jahr."

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