Coronavirus:Was man zur Booster-Impfung in München wissen muss

Lesezeit: 4 min

Coronavirus: Das Impfzentrum in der Messestadt Riem bleibt mittwochs fürs "Late-Night-Impfen" bis 21 Uhr geöffnet (Archivbild aus dem Sommer).

Das Impfzentrum in der Messestadt Riem bleibt mittwochs fürs "Late-Night-Impfen" bis 21 Uhr geöffnet (Archivbild aus dem Sommer).

(Foto: Stephan Rumpf)

Warum ist die Auffrischungsspritze überhaupt nötig? Wo bekomme ich sie? Und wie kommt man wirklich dran? Antworten auf zentrale Fragen.

Von Jakob Wetzel

Die Inzidenz steigt und steigt - und ebenso die Nachfrage nach Impfungen gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Nicht nur bislang Ungeimpfte sind dazu aufgerufen, sich immunisieren zu lassen, sondern nun auch alle, die bereits vollständig geimpft worden sind. Antworten auf zentrale Fragen.

Warum ist die Booster-Impfung notwendig?

Der Impfschutz einer Corona-Impfung lässt mit der Zeit nach - nicht schlagartig, aber allmählich. Je länger die Immunisierung zurückliegt, desto höher ist das Risiko eines Impfdurchbruchs, also einer Infektion oder gar einer Covid-Erkrankung. Wie schnell der Schutz abnimmt, hängt vom verwendeten Impfstoff ab sowie vom Immunsystem des Einzelnen. Es gibt aber bislang keinen Impfstoff, bei dem keine Auffrischimpfung empfohlen wird.

Wer kann jetzt bereits eine Booster-Impfung erhalten?

Dafür gibt es zeitliche Fristen. Im Impfzentrum oder einer von dessen Außenstellen in München können alle ab einem Alter von 18 Jahren eine Auffrischimpfung erhalten, deren Zweitimpfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ausnahmen gibt es für Menschen mit starker Immunschwäche sowie für Volljährige, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden sind, denn bei diesem Vakzin nimmt der Schutz vergleichsweise schnell ab. Alle diese Personen können bereits nach vier Wochen eine Auffrischimpfung erhalten. Wichtig ist: Sie müssen dafür einen Nachweis über die bereits erfolgten Impfungen mitbringen.

Die Stadt München richtet sich weitgehend nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko). Diese empfiehlt, zur Entlastung der Kliniken vordringlich besonders gefährdete Menschen zu impfen, also etwa Ältere ab 70 Jahren sowie Vorerkrankte und außerdem Personal in der Pflege und im Gesundheitswesen mit Kontakt zu Patienten. Darüber hinaus sei es wichtig, die Impflücke zu schließen, also bislang Ungeimpfte zum ersten beziehungsweise zweiten Mal zu immunisieren. Bereits vollständig geimpfte Jüngere und Gesunde sollten sich demnach noch etwas gedulden und anderen den Vortritt lassen. Hausärztinnen und Hausärzte können grundsätzlich entscheiden, Termine entsprechend zu vergeben. Bei den öffentlichen Impfstellen ist das anders. Hier wäre eine gestaffelte Impfreihenfolge "durchaus sinnvoll", heißt es von der Stadt. Anspruch auf die dritte Impfung haben aber grundsätzlich alle. Und in den bayerischen Impfzentren werden laut Gesundheitsministerium Termine nicht nach einer solchen Priorisierung vergeben.

Wo kann ich die Auffrischimpfung erhalten?

Dazu können sich Münchnerinnen und Münchner zunächst an ihre Hausärztinnen und Hausärzte wenden. Weil diese den Impfstoff erst bestellen müssen, ist es hier in der Regel notwendig, einen Termin zu vereinbaren.

In München gibt es darüber hinaus fünf zentrale Impfstellen, die nahezu täglich geöffnet sind. Das Impfzentrum an der Paul-Henri-Spaak-Straße 12 in der Messestadt Riem ist derzeit samstags bis mittwochs ab 9 Uhr morgens geöffnet und schließt meist um 17.45 Uhr; zum "Late-Night-Impfen" am Mittwoch schließt das Zentrum erst um 21 Uhr. Daneben gibt es vier Außenstellen des Impfzentrums: eine auf der Theresienwiese, eine im Neuen Rathaus am Marienplatz im früheren Sportgeschäft Münzinger, eine in den Pasing-Arcaden und eine im Kreisverwaltungsreferat an der Ruppertstraße 11. Wegen des großen Andrangs ist es für eine Impfung in diesen Außenstellen zwingend notwendig, vorab unter www.impfzentren.bayern.de einen Termin zu vereinbaren. Nur im Impfzentrum Riem gibt es Impfungen auch ohne Termin, es ist dann aber mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Ohne Termin ist eine Auffrischimpfung außerdem bei einer der sogenannten mobilen Impfaktionen an wechselnden Orten im Stadtgebiet möglich. Am Sonntag, 21. November, wird beispielsweise unter anderem in Sankt Lukas am Mariannenplatz 3, beim SV Laim an der Riegerhofstraße 20 oder auch im Alten- und Servicezentrum Maxvorstadt an der Gabelsbergerstraße 55 geimpft. Weitere Orte, genaue Öffnungszeiten und eine täglich aktualisierte Liste findet sich auf der Seite des Gesundheitsreferates. Insgesamt könne man derzeit am Tag 3900 Münchnerinnen und Münchner impfen, heißt es von der Stadtverwaltung; diese Zahl solle so bald wie möglich auf 30.000 Impfungen pro Woche steigen. So will die Stadt die Impfnachfrage bewältigen können.

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Wie schaffe ich es, dass ich auch wirklich an die Reihe komme?

Das ist leider schwer zu sagen. Die Nachfrage sowohl nach Auffrisch-Impfungen als auch nach Erst- und Zweitimpfungen steigt laut Münchner Gesundheitsreferat nach wie vor deutlich. Der Andrang ist so groß, dass die Stadt empfiehlt, es sowohl beim Hausarzt zu versuchen als auch bei den öffentlichen Impfstellen. Hausärztinnen und -ärzte freilich führen häufig wochenlange Wartelisten, andere winken gleich ab. Und auch an den zentralen Impfstellen ist es nicht einfach, einen baldigen Termin für eine Auffrischimpfung zu erhalten.

Das Portal www.impfzentren.bayern weist für München zuweilen erst nach vielen Wochen einen freien Termin aus; häufig heißt es sogar, es gebe gar keinen Termin mehr, man möge es "in ein paar Tagen" erneut versuchen. Das ist für die Betroffenen frustrierend, es ist aber tatsächlich einen Versuch wert, denn die Impfzentren sind zuletzt gemäß Vorgaben des Freistaats Bayern auf 25 Prozent ihrer Kapazität heruntergefahren worden, und jetzt sind sie noch dabei, wieder aufzustocken. Das Impfzentrum Riem zum Beispiel hat erst seit dieser Woche wieder auch samstags geöffnet. Sobald weitere Kapazitäten geschaffen wurden, werden auch weitere Termine freigeschaltet. Es kann sich also lohnen, es immer wieder zu versuchen.

Wer es ohne Termin versucht, muss dagegen mit stundenlangen Wartezeiten rechnen - und im Extremfall sogar damit, unverrichteter Dinge wieder weggeschickt zu werden. Viele Münchnerinnen und Münchner berichteten in den vergangenen Tagen von langem Anstehen bei frostigen Temperaturen. Generell kann es hier helfen, antizyklisch vorzugehen: Viele Impfwillige kommen bereits vor der eigentlichen Eröffnung, um möglichst schnell an die Reihe zu kommen. Die Warteschlangen sind deshalb in den vergangenen Tagen gleich zu Beginn der Öffnungszeiten besonders lang gewesen. Zwischendurch standen weniger Leute an; am späteren Nachmittag dann, nach dem Ende der Büro-Arbeitszeiten, wurden die Schlangen wieder länger. Wer später kommt, riskiert bei sehr großem Andrang aber auch, dass er gar nicht mehr an die Reihe kommt.

Das Gesundheitsreferat empfiehlt insbesondere älteren Personen sowie Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, sich stattdessen an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt zu wenden.

Kann ich mir aussuchen, womit ich geimpft werde?

Nein. Bei einer Auffrischimpfung wird den Empfehlungen der Stiko gemäß grundsätzlich ein mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna verwendet. Dabei ist es unerheblich, mit welchem Impfstoff jemand zuvor immunisiert worden ist. Wurde zuvor ein mRNA-Impfstoff verwendet, wird nun nach Möglichkeit der gleiche Impfstoff erneut gegeben. Personen unter 30 Jahren erhalten gemäß der Stiko-Empfehlung Impfstoff von Biontech, weil hier das Risiko einer Herzmuskelentzündung niedriger ist.

Was kostet mich die Booster-Impfung?

Nichts. Ebenso wie Erst- und Zweitimpfungen sind auch Auffrischimpfungen kostenlos.

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