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Shuttle Richtung Chiemgau und Ammergau:Der Bergbus kommt mit Verspätung

Wanderer auf der Kampenwand

Müssen noch eine Weile auf den Bus warten: Wanderer im Chiemgau.

(Foto: dpa)

Überfüllte Parkplätze, endlose Staus: Wanderausflügler aus München sorgen regelmäßig für Verkehrsprobleme. Der Alpenverein will daher einen Bergbus aus der Stadt ins Umland einrichten. Doch der kommt nun nicht so schnell wie geplant.

Eigentlich sollte von Pfingsten an ein "Münchner Bergbus" am Wochenende Tagesausflügler in Wandergebiete bringen - doch daraus wird noch nichts: Weil die Corona-Inzidenzen nicht so schnell gesunken sind, wie zunächst erhofft, verschiebt sich der Start des Bergbusses auf den Juni - einen genauen Termin will der Deutsche Alpenverein (DAV) demnächst noch bekanntgeben, ebenso wie die genauen Abfahrtszeiten und Preise. Fest steht dagegen allerdings, welche Ziele der Bergsteigerbus anfahren wird: In den Chiemgau startet der Bus jeweils samstags und sonntags am Bahnhof Giesing Richtung Endstation Schleching mit Zwischenstopps am Wanderparkplatz Geigelstein, Durchholzen und dem Parkplatz Walchsee. Richtung Ammergau startet der Bus am Bahnhof Solln zur Endstation Ammerwald. Zwischenhalte sind Ettal und das Schloss Linderhof vorgesehen. Für die Pilotphase des Bergbusses beschränkt sich der DAV auf diese beiden Ziele. Das Allgäu wird - anders als zunächst geplant - nicht angefahren.

Der DAV hofft, mit dem Angebot, das nicht nur Mitgliedern zur Verfügung stehen wird, mehr Menschen dazu zu bewegen, vom Auto auf den Bus umzusteigen. Denn während der Corona-Pandemie hat sich das bereits zuvor virulente Problem des Ausflugsverkehrs in einigen Gegenden wie dem Tegernsee und Spitzingsee noch verschlimmert. Mancherorts verzweifeln Anwohner regelrecht angesichts überfüllter Parkplätze, Wildparkern und endloser Staus, und immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen Tagesausflüglern und Einheimischen. Die zunehmenden Streitigkeiten haben Anfang des Jahres dazu geführt, dass sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und seine Stellvertreterin Katrin Habenschaden (Grüne) in getrennten Initiativen des Themas angenommen haben und nun versuchen, gemeinsam mit Tourismus-Verbänden und den betroffenen Landkreisen Konzepte der Besucherlenkung und des besseren Miteinanders zu erarbeiten.

Der DAV wirbt schon lange für eine umweltfreundliche Anreise mit Bussen und Bahnen. Bei einer Umfrage unter DAV-Mitgliedern im Jahr 2014 gaben nur 17 Prozent an, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, mehr als 71 Prozent setzen auf das Auto.

© SZ vom 18.05.2021 / imei/schub/berk, van
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