Kino:Leben und Schreiben im Exil

Kino: Die türkische Schriftstellerin, Physikerin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Aslı Erdoğan, hier im Film "Incomplete Sentences".

Die türkische Schriftstellerin, Physikerin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Aslı Erdoğan, hier im Film "Incomplete Sentences".

(Foto: Türkische Filmtage)

Aslı Erdoğan kommt zu den Türkischen Filmtagen nach München.

Von Josef Grübl

Am 16. August 2016 klingelte es an der Tür von Aslı Erdoğan, vor ihrer Wohnung in Istanbul seien 44 bewaffnete Männer gestanden, erzählt die türkische Schriftstellerin, Physikerin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin. Sie wurde verhaftet, man warf ihr "Volksverhetzung" und "Propaganda für eine illegale Organisation" vor, als Beweismittel wurden ihre Kolumnen für die pro-kurdische Tageszeitung Özgür Gündem aufgeführt. Die Aktion fand kurz nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei statt, neben Erdoğan wurden 22 weitere Journalisten festgenommen. Vier Monate später wurde sie unter Auflagen freigelassen, ein knappes Jahr später erhielt sie ihren Pass zurück. Seitdem lebt sie in Deutschland. Im Rahmen der Türkischen Filmtage wird eine Doku über Aslı Erdoğan aufgeführt, die Filmemacherin Adar Bozbay hat sie für "Incomplete Sentences" vier Jahre lang mit der Kamera begleitet. Die beiden Frauen kommen zur Premiere nach München, im Anschluss an die Vorführung wird es ein Publikumsgespräch über das Leben und Schreiben im Exil geben.

Incomplete Sentences, TUR 2021, Regie: Adar Bozbay, Mi., 30. März, 19 Uhr, Gasteig HP8, www.tuerkischefilmtage.de

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