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Forschung:"Vereinfachung bringt uns nicht weiter"

Iryna Klymenko hat schon oft erfahren, was es heißt, vermeintliche Gewissheiten zu verlieren. Sie wurde in Lemberg geboren und war irritiert, wie wenig die Leute von Osteuropa wissen.

(Foto: Robert Haas)

Die Historikerin Iryna Klymenko stammt aus der Ukraine und forscht über gesellschaftlichen Wandel. Das Thema erlangt in Corona-Zeiten besondere Bedeutung - und hat viel mit ihrem Leben zu tun.

Von Martina Scherf

Sie nimmt sich in diesen Tagen des neuen Semesters viel Zeit für ihre Studenten. Gerade saß eine junge Frau bei ihr im Büro, mit Abstand - und mit großen Sorgen. Der Lernstoff, die Prüfungen, aber vor allem: die Einsamkeit. "Die Studierenden brauchen in der aktuellen Lage eine besondere Unterstützung", sagt Iryna Klymenko. "Man muss jetzt noch sensibler sein." Zwei Stunden lang hat sie die Studentin beruhigt und getröstet, ihr vor allem zugehört. Das fehlt ja jetzt so sehr, wenn alle nur noch zu Hause vor den Bildschirmen sitzen: das Kennenlernen, Quatschen, die Möglichkeit, Fragen und Sorgen, auch Freude zu teilen. Nicht alle Dozenten haben dafür genug Verständnis. Iryna Klymenko schon. Sie ist eine profilierte Forscherin, aber ebenso engagierte Lehrerin. Und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, immer wieder Vertrautes zu verlieren.

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