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Neufahrn:Dritte Grundschule dringend erforderlich

Die Grundschule am Fürholzer Weg ist eigentlich gerade erst fertig geworden. Weil Neufahrn aber so schnell wächst, denkt man schon wieder über den Bau einer weiteren Grundschule nach.

(Foto: Andreas Gebert)

Der Bericht eines Fach-Instituts zeigt, dass es in Neufahrn schon im Schuljahr 2023/24 einen Engpass geben könnte. Eine Grundsatzentscheidung soll noch in diesem Jahr fallen, die Standortfrage wird aber erst 2021 geklärt.

Von Birgit Grundner, Neufahrn

Die Zahlen machen es immer deutlicher: Neufahrn ist eine junge und wachsende Gemeinde und braucht deshalb schon bald eine dritte Grundschule. Jetzt steht der Zeitplan für das weitere Vorgehen: Der Gemeinderat will in der nächsten Sitzung am 14. Dezember eine Grundsatzentscheidung treffen und das Projekt damit auf den Weg bringen. Die schwierige Frage nach dem möglichen Standort wird damit aber noch nicht beantwortet. Das soll im nächsten Jahr geschehen. Schulreferent Thomas Seidenberger (Freie Wähler) dachte in der jüngsten Sitzung am Montag zwar über einen möglichen Neubau im Umfeld des Sport- und Freizeitparks nach. Allerdings handelt es sich dabei bislang offenbar nur um ein Gedankenspiel.

Theoretisch könnte auch das bestehende Grundschulzentrum ausgebaut werden: Bei der Errichtung der neuen Schule am Fürholzer Weg war aus finanziellen Gründen ein Trakt eingespart worden, der nun doch noch errichtet werden könnte, um mehr Platz zu gewinnen. Allerdings hätte das auch Nachteile, wie die zuständige Rathaus-Abteilungsleiterin Michaela Wiencke-Bimesmeier zu bedenken gab: Zum Beispiel müsste ein großer Teil des Pausenhofs geopfert werden, man müsste den angeschlossenen Hort und die Mittagsbetreuung erweitern, die Mensa sei "schon jetzt an der Kapazitätsgrenze", und der Bring- und Holverkehr würde weiter zunehmen.

Vieles spricht für einen Neubau, möglich wäre aber auch eine Erweiterung

Speziell das Mensa-Argument ist für Thomas Seidenberger ein "K.-o.-Kriterium". Sein Vorgänger als Schulreferent, der frühere Grundschulrektor Josef Eschlwech (Freie Wähler), appellierte bereits an seine Gemeinderatskollegen, lieber eine zusätzliche dritte Grundschule zu planen: "Die Prognosen werden eintreffen, da bin ich sicher." Er bezog sich dabei auf den bereits vor einem Jahr vorgelegten und jetzt noch einmal präsentierten Bericht des "Cima-Instituts für Regionalwirtschaft", das von der Gemeinde mit einer Kita- und Grundschulbedarfsplanung beauftragt worden war.

Demnach wird es 2030 insgesamt 40 erste bis vierte Klassen mit beinahe 1000 Schülern geben. Räume stehen aber nur für 32 Klassen zur Verfügung, die jetzt schon alle gebraucht werden. Bereits im Schuljahr 2023/24 werde es erstmals einen Engpass geben, warnt Cima, insgesamt bestehe "dringender Handlungsbedarf". Dabei geht das Institut in seinen Prognosen ohnehin schon von Klassen mit bis zu 25 Schülern aus - aktuell sind es im Schnitt 22. Doch künftig brauche eine Klasse eher mehr als weniger Platz, gab Umweltreferent Frank Bandle (Grüne) mit Blick auf Corona zu bedenken. Zusätzlich verschärfen würde sich die Raumsituation, wenn es in einigen Jahren für Grundschüler tatsächlich einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geben sollte. Die Nachfrage zeigt, dass das Angebot immer beliebter wird.

An der Jo-Mihaly-Mittelschule wird es in nächster Zeit keine Engpässe geben

Was die Jo-Mihaly-Mittelschule betrifft, kommt das Cima-Institut zu dem Ergebnis, dass es dort in den nächsten Jahren keine Engpässe geben wird. Es sei aber mit einer Steigerung um drei auf dann 20 Klassen und deshalb mit einer vollen Auslastung zu rechnen.

Im Krippenbereich hat sich die Situation mit der Eröffnung der neuen Einrichtung am Keltenweg zwar entspannt. Aber bis 2030 werden nach jetzigem Stand trotzdem zwei Gruppen fehlen, wie Cima errechnet hat. Das Kindergartenangebot dagegen sei offenkundig ausreichend - sofern genügend Personal zur Verfügung steht und alle Plätze auch tatsächlich belegt werden können.

Unterdessen kursieren in der Gemeinde "abenteuerliche Zahlen", wie Sozialreferentin Beate Frommhold-Buhl (SPD) festgestellt hat. Demnach würden schon in wenigen Jahren Kinder praktisch "auf der Straße stehen". Sie plädierte deshalb dafür, die Ergebnisse der Cima-Untersuchungen auf der Gemeinde-Homepage zu veröffentlichen.

© SZ vom 25.11.2020/ilos
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